25 Jahre Peter und Irene Ludwig Stiftung

Die Peter und Irene Ludwig Stiftung feiert 25-jähriges Stiftungsjubiläum. Die Stiftungsgründung war eine Initiative von Irene Ludwig, um die weltweiten Aktivitäten der Sammlung auch für die Zukunft auf ein solides Fundament zu stellen. Der Übergang von der persönlich motivierten Sammlertätigkeit hin zu einer modernen Förderungs- und Kooperationsstruktur war damit gegeben, ihr Forschungsauftrag fixiert

2022 feiert die Peter und Irene Ludwig Stiftung ihr 25-jähriges Jubiläum, im Sommer 1997 genehmigte die Bezirksvertretung Köln den Stiftungsantrag von Irene Ludwig. Die Sammlerin, gemeinsam mit ihrem Ehemann Peter Ludwig über Jahrzehnte in der globalen Kunstwelt unterwegs, gründete die Stiftung mit dem Ziel, weiterhin aktiv Kunst und Kultur international und weltoffen zu fördern. Zwölf renommierte Museen in der Welt tragen bis heute den Namen Ludwig: Die Stiftung mit Sitz in Aachen arbeitet aktuell mit mehr als 25 Institutionen weltweit zusammen und ermöglicht Ausstellungen und Ankäufe, betreut die Sammlung und den Leihverkehr und präsentiert durch eigeninitiierte Projekte wie Ausstellungen und Publikationen die umfangreiche Sammlung zeitgemäß nach außen. So werden kontinuierlich weitere Verbindungen geknüpft und neue Dialoge angestoßen.

Aufgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung

Darüber hinaus gehört zu den zentralen Aufgaben der Stiftung vor allem auch die Erforschung und permanente Erweiterung der Sammlung Ludwig, die sich als Schenkungen und Dauerleihgaben in öffentlichen Museen von Aachen bis Havanna, von Köln bis nach Peking befinden. Der Fokus steht dabei in engem Zusammenhang mit Peter und Irene Ludwigs Sammelinteressen und ihrem Begriff der „Weltkunst“ als internationaler und transkultureller Ansatz, der gesellschaftliche und politische Unterschiede ästhetisch erfahrbar machen sollte. Die Stiftung wird seit September 2021 von der geschäftsführenden Vorständin Dr. Carla Cugini geleitet, kaufmännischer Vorstand ist Markus Schalla. Vorsitzende des Kuratoriums ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Beitrag zur Verständigung jenseits nationaler und kultureller Grenzen

„Peter und Irene Ludwig waren Pioniere eines global verstandenen Kunstbegriffs, erklärt Carla Cugini. „Irene Ludwig war es bei der Gründung der Stiftung sehr wichtig, dass diese weiterhin international agiert und für die Zukunft Zeichen setzt. Diesen Anspruch denken wir jetzt im 21. Jahrhunderts weiter – und lernen dabei zugleich aus der Geschichte. Zentrale Fragen, die uns aktuell interessieren, sind die sich verändernden Sammlungsschwerpunkte und Kontexte, in denen sich die Museen bewegen.“ Und weiter: „Aber auch das Thema der Digitalisierung stellt uns natürlich vor neue Herausforderungen. Im Fokus steht dabei immer die Vision Irene Ludwigs, zur gegenseitigen Verständigung jenseits nationaler und kultureller Grenzen beitragen zu wollen. Wie funktioniert so etwas im 21. Jahrhundert? Welche Rolle kann unsere Stiftung, unsere Sammlung dabei spielen, welche Rolle Neuerwerbungen, welche Rolle unser Archiv? Und nicht zuletzt: Wie kann unser Stiftungssitz zu einem Treffpunkt werden, an dem man gemeinsam über solche Fragen debattiert.“

Forschen und fördern

Die Peter und Irene Ludwig Stiftung forscht und fördert Forschung. Projekte wie die Plattform Aachen am Ludwig Forum, das Forschungs­projekt zum Hyper­realismus unter der Feder­führung des mumok – Stiftung Ludwig in Wien, das Media Art Symposium in Budapest oder die Unter­suchung zur Kunst der Rus­sischen Avantgarde am Museum Ludwig sind beispiel­haft dafür. Der Ansatz beider Stifter, Forschungen zur Kunst zu fördern, ist in der eigenen Biographie und ihrem Kunstbegriff be­gründet. Peter Ludwig promovierte 1950 über „Das Menschenbild Picassos“ bei Friedrich Gercke und Friedrich Bollnow. In Zukunft wird die Stiftung Forschungen zur Sammlung und ihren Werken initiieren, fördern und auch selbst durchführen. Diese können von Herkunftsfragen, über kulturvergleichende und sammlungs­historische Analysen, monographisch auf einen Künstler oder einzelne Werke bezogen sein, aber auch kultur­politische Frage­stellungen behandeln.

Zur Geschichte und Entwicklung der Sammlung

Mit über 14.000 Objekten haben Irene Ludwig (geb. Monheim, 1927–2010) und Peter Ludwig (1926–1996) eine von der Antike bis ins Zeitgenössische reichende Sammlung aufgebaut. Als Kunsthistoriker mit fundiertem Fachwissen wie als erfolgreiche Unternehmer war es ihr Anspruch, umfassend für die Öffentlichkeit zu sammeln. Von Anfang an richtete das Sammlerpaar Ludwig seinen Blick auf unterschiedliche Kunstgattungen, Epochen und Kulturräume. Von Aachen ausgehend erweiterte es sein Engagement erst regional, dann national und international. Ab 1958 erwarben die Ludwigs dezidiert Kunstwerke für öffentliche Institutionen. Durch diese enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Häusern entstanden über die nächsten vier Dekaden zwölf Neu-Museumsgründungen sowie zahlreiche Kooperationen mit öffentlichen Institutionen in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich, in Ungarn, in Russland, China und Kuba. In Wien und Havanna existieren zwei weitere vom Sammlerehepaar gegründeten Stiftungen, die mit der Peter und Irene Ludwig Stiftung in Aachen kooperieren.

Aufgabe und Entwicklung der Stiftung

Zu den spezifischen Leistungen der Stiftungsarbeit seit ihrer Gründung durch Irene Ludwig ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes gehören die Vollendung der Gründung des Museum Ludwig im National Museum of Art China im Jahr 1997, der Erwerb von über 150 Kunstwerken zugunsten der Ludwig- Museen und die vertrauensvolle, kontinuierliche Förderung aller mit der Stiftung verbundenen Institutionen. Kürzlich kam die Langzeitkooperation mit dem Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin hinzu, die Einrichtung von Förderprofessuren an der Weissensee-Universität in Berlin und an der Universität der Bildenden Künste in Budapest und 2021 die Präsentation der großen Ausstellung „The Cool and the Cold. Malerei aus den USA und der UdSSR 1960–1990. Sammlung Ludwig“ im Gropius Bau in Berlin.

Was ist im Jubiläumsjahr geplant?

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten in diesem Jahr sind verschiedene Veranstaltungen geplant, u.a. am 5. September 2022 die Abendveranstaltung „Wie kann privates Sammeln politisch wirken?“ im Museum Ludwig in Köln. Ab Sommer wird eine Sonderausstellung mit Andreas Schmitten im Stiftungssitz, dem ehemaligen Wohnhaus der Ludwigs, zu sehen sein, am Ende des Jubiläumsjahres wird der erste Band von „Voices“ erscheinen: Interviews mit Zeitzeugen, die an dem globalen Agieren von Peter und Irene Ludwig als Kunstsammler und -mäzene beteiligt waren. Zudem wird im Laufe des Jahres die Website neu lanciert.

Irene Ludwig

Professor Dr. h.c. mult. Irene Maria Therese Ludwig geb. Monheim war die Tochter des Aachener Unter­nehmers Franz Monheim und dessen Frau Olga Ella sowie die Urenkelin von Leonard Monheim, des Gründers der Trumpf-Schokolade-Fabrik.

1946 Abitur in Aachen. 1947–1950 Studium der Kunstgeschichte, Archäologie, Vor- und Frühgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Das Interesse an Kunst und Kultur wurde bereits im Elternhaus geweckt. Ihre Sammel­tätigkeit beginnt während des Studiums in Mainz. 1951 Heirat mit Peter Ludwig. Seit 1957 Zusammen­arbeit mit Museen in Köln und in Aachen. Mitglied in zahl­reichen Museums-Gremien.

Peter Ludwig

Peter Ludwig (geboren am 9. Juli 1925 in Koblenz, gestorben am 22. Juli 1996 in Aachen) war ein deutscher Industrieller, Jurist, Kunst­historiker und Kunst-Mäzen.

 

Lesetipp: Das „Bildnis des Malers Purrmann“ aus dem Jahre 1931 ist eines der wenigen erhaltenen Porträts des Malers aus seiner Berliner Zeit. Aufgrund seines konservatorischen Zustands kann das Werk im Museum Ludwig seit Jahrzehnten nicht mehr öffentlich gezeigt werden. „Aufgrund der schnellen und unbürokratischen Förderung der Ernst von Siemens Kunststiftung kann ein sehr bemerkenswertes Werk unserer Sammlung nach langer Zeit wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – in diesem besonderen Fall zunächst als wichtige Leihgabe für eine bedeutende Ausstellung zum Künstler Rudolf Levy in Florenz. Gleichzeitig wird die freiberufliche Restauratorin Olga von Gregory in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit mit einem anspruchsvollen Auftrag unterstützt. Vielen Dank!“, freut sich Dr. Yilmaz Dziewior, Direktor des Museum Ludwig, Köln.