10 Jahre TEFAF Museum Restoration Fund

Der TEFAF Museum Restoration Fund feiert 2022 zehnjähriges Bestehen und unterstützt die Erhaltung eines seltenen mittelalterlichen, hebräischen Gebetbuches im Museum of Fine Arts, Houston

Die European Fine Art Foundation (TEFAF) freut sich bekannt zu geben, dass das Museum of Fine Arts, Houston (MFAH) den TEFAF Museum Restoration Fund erhalten hat. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm, das der wichtigen Arbeit zur Bewahrung des künstlerischen und kulturellen Erbes der internationalen Gemeinschaft dient. Das MFAH ist die größte kulturelle Institution im Südwesten der Vereinigten Staaten mit einer enzyklopädischen Sammlung von fast 70.000 Objekten von der Antike bis zur Gegenwart.

Die großzügige Förderung der TEFAF ermöglicht, jüdisches Erbe zu restaurieren

Mit der Unterstützung der TEFAF wird die MFAH mit angemessenen Methoden das Montefiore Mainz Mahzor (um 1310–20) konservieren. Es ist ein Festgebetbuch und eines der seltenen hebräischen „illuminierten Manuskripte“ – handgeschriebene Bücher mit bemalten Verzierungen – die noch existieren. „Diese außergewöhnliche Handschrift ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele aus dem mittelalterlichen Deutschland und ist umso bemerkenswerter, als sie jahrhundertelang von Gemeindemitgliedern aktiv genutzt wurde. Als wir den Mahzor im Jahr 2018 erwarben, war es das erste Stück Judaica, das in die Sammlung des Museums aufgenommen wurde, und hat die Stiftung einer neuen Galerie für Judaica veranlasst. Die großzügige Förderung der TEFAF wird es unserem Restauratoren-Team in Houston ermöglichen, diesen außergewöhnlichen Prüfstein des jüdischen Erbes zu restaurieren und zu bewahren, damit wir das Buch als Teil der World Faiths Initiative des Museums in unseren Galerien ausstellen können“, erklärt Gary Tinterow , Direktor des Museums der Schönen Künste, Houston.

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Kontinuierliches Engagement für kulturelles Erbe

Hidde van Seggelen, Vorsitzender der TEFAF erläutert: „Die Unterstützung der breiteren Kunstgemeinschaft ist und war schon immer ein wesentlicher Bestandteil der Aufgaben der TEFAF. Der TEFAF Museum Restoration Fund ist eine Möglichkeit, mit der die Stiftung ihr kontinuierliches Engagement für das kulturelle Erbe demonstriert. Wir freuen uns und fühlen uns geehrt, dieses Jahr mit der MFAH an einem so wunderbaren Projekt zusammenzuarbeiten. Wir sind sehr stolz darauf, dieses besondere Werk zu präsentieren – der einzigartige europäische interkulturelle Austausch, den ein solches Objekt in der heutigen Zeit ermöglicht, ist außergewöhnlich.“

Der TEFAF Museum Restoration Fund erhielt das erste Mal eine Bewerbung für ein Judaica-Werk

Dies ist das erste Mal, dass der TEFAF Museum Restoration Fund eine Bewerbung für ein Judaica-Werk und ein Manuskript erhielt; beide Kategorien sind auf der TEFAF vertreten, hier vereint in einem Objekt. „Wir freuen uns, den Umfang unserer Restaurierungsprojekte im Einklang mit den vielfältigen Interessen des internationalen Messepublikums und der ausstellenden Händler zu erweitern“, so Rachel Kaminsky, Kunstexpertin im Komitee des TEFAF Museum Restoration Fund. Das Buch ist vom 6. bis 10. Mai 2022 auf der TEFAF New York zu sehen. Die Konservierungsmaßnahmen der MFAH beginnen anschließend.

Ein zweites Stipendium wird im Vorfeld der TEFAF Maastricht vergeben

Der TEFAF Museum Restoration Fund, der dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert, unterstützt die Restaurierung und Erhaltung kulturell bedeutender Werke in Museen und Institutionen weltweit. Museen und Institutionen, die an der TEFAF Maastricht oder der TEFAF New York teilgenommen haben, können sich um die Förderung bewerben, die von einem unabhängigen Expertengremium vergeben werden. Die TEFAF wird im Vorfeld der TEFAF Maastricht, die vom 25. bis 30. Juni 2022 stattfindet, ein zweites Stipendium an eine weitere Museumseinrichtung vergeben.

Der TEFAF Museum Restoration Fund wurde 2012 eingerichtet, um die professionelle Restaurierung und die damit verbundene wissenschaftliche Forschung an bedeutenden Museumskunstwerken zu unterstützen und zu fördern, wie Sie hier im Video sehen:

Die Konservierung-Restaurierung am MFAH

Die Konservierung-Restaurierung findet im Zentrum für Konservierung der Sarah Campbell Blaffer Foundation an der MFAH statt. Der Zuschuss aus dem TEFAF Museum Restoration Fund wird es den MFAH-Restauratoren ermöglichen das illuminierte Manuskript eingehend zu untersuchen und ethisch und kulturell angemessene Konservierungsbehandlungen anzuwenden. Der Montefiore Mainz Mahzor ist für die jüdische Gemeinde von großer Bedeutung. Mitglieder der gesamten Gemeinde werden konsultiert, und das Projekt wird auch von Dr. Diane Wolfthal, einer Kunsthistorikerin an der Rice University, einen Beitrag erhalten. Sie erforscht derzeit gemeinsam mit Kollegen aus dem gesamten Museum und dem Bereich Konservierung das Manuskript. Das MFAH-Konservierungsteam hat das Pergament des Mahzor mit eZooMS (Elektrostatische Zooarchäologie durch Massenspektrometrie) analysiert und festgestellt, dass es vom Kalb stammt. Viele Illuminationen sind aufgrund christlicher Zensur verloren gegangen, und einige Blätter wurden im Laufe der Jahrhunderte von früheren Besitzern, Sammlern oder Händlern ein- oder ausgeschnitten.

Die Behandlung des Leders auf dem Bezug des Mahzor

Die Konservierung umfasst die Behandlung des Leders auf dem Bezug des Mahzor, das sich im Laufe der Zeit abgehoben hat. Verluste und Risse des Pergaments im gesamten Buch werden repariert und stabilisiert. Das im Mahzor verwendete Pergament stammt von der Haut eines koscheren Tieres, und der Text und die Illuminationen sollen nach den gleichen strengen Richtlinien („halakha“) produziert worden sein. Die Konservierung illuminierter Manuskripte erfordert oft eine Konsolidierung – ein Prozess, der sich auf die Stärkung der Bindung zwischen Pigment und Pergament bezieht, typischerweise mit nicht-koscherer Gelatine.

Projekt des TEFAF Museum Restoration Fund 2019: Restaurierung des Paravents von dem japanischen Künstler Kawahara Keiga (1786–1860: 

Über den TEFAF Museum Restoration Fund

Der TEFAF Museum Restoration Fund wurde 2012 gegründet, um die professionelle Restaurierung und die damit verbundene wissenschaftliche Erforschung bedeutender Museumskunstwerke zu unterstützen. Bewerben für die Unterstützung mit Fördermitteln können sich Museen aus der ganzen Welt, die Kunstwerke jeden Alters und jeder Art repräsentieren. Pro Jahr werden maximal 50.000 Euro für Projekte bereitgestellt. Das Komitee unabhängiger Experten wählt in der Regel zwei Gewinner aus, die jeweils maximal 25.000 Euro zur Unterstützung ihres Restaurierungsprojekts erhalten.