Zur Quelle des heiligen Korbinian

Wo heute Tausende von Studierenden die Weihenstephaner Hochschule besuchen, lebten früher Benediktinermönche. Zudem pilgerten seinerzeit zahlreiche Menschen zur Quelle des heiligen Korbinian unterhalb des damaligen Klosters am Südhang des Weihenstephaner Berges. Studierende der Landschaftsarchitektur hatten Ideen zur heutigen Gestaltung und Sichtbarmachung des historischen Ortes

Die Ruine der Korbinianskapelle, Federzeichnung aquarelliert von Peter Ellner, 1854. Foto: In: „ASAM IN FR­EISING“ 2007, S. 160
Die Ruine der Korbinianskapelle, Federzeichnung aquarelliert von Peter Ellner, 1854. Foto: In: „ASAM IN FR­EISING“ 2007, S. 160

Vor 300 Jahren, am 14. Juli 1720, wurde die am Südhang des Weihenstephaner Berges unterhalb des prächtigen Benediktinerklosters Weihenstephan und über einer Quelle errichtete Korbinianskapelle geweiht. Sie wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation zerstört. Die Quelle als Ort der Verehrung des heiligen Korbinian war über Jahrhunderte ein beliebtes Ziel von Pilger*innen aus nah und fern.

Der Entwurf der heutigen Platzgestaltung am früheren Standort basiert auf einem Semesterprojekt von Studierenden der Landschaftsarchitektur der TU in Freising-Weihenstephan, betreut von Dr. Gunter Bartholmai. Finanziert wurde diese Neuschöpfung im Jahr 2005 aus Spenden zum 60. Geburtstag des bayerischen Staatsministers Dr. Otto Wiesheu.

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Der blaue Leuchtstreifen verweist auf den darunterliegenden Stollen der Korbiniansquelle. Die Rosen am stählernen Rankgitter erinnern an die Rosen im Wappen des auftraggebenden Benediktinerklosters. Auf einer Informationstafel wird erläutert, dass nach einem Bericht des Bischofs Arbeo um 770 der heilige Korbinian an diesem Ort eine heilkräftige Quelle erweckt habe, die im Auftrag des Klosters Weihenstephan von den Gebrüdern Asam im Jahr 1720 (an der Stelle einer baufälligen Vorgängerkapelle) mit einer neuen Rundkirche überbaut wurde. Diese hat man nach 1803 bis auf wenige Mauerreste abgetragen, wobei sich Stollen und Quellen erhalten haben.

Die Nordmauer der Kapelle wurde beim Abbruch als Abstützung des Hanges stehen gelassen. Oberhalb der früheren Korbinianskapelle und im Norden des Gartengeländes des ehemaligen Benediktinerklosters befindet sich das Salettl, das heute noch erhaltene Gartenhaus des Abtes von Weihenstephan, mit seitlichen Laubengängen, dem Kernbau der heutigen Hochschule Weihenstephan.

Den Klostergarten gibt es heute in dieser Form nicht mehr. Da er vorwiegend aus vegetabiler Substanz bestand, konnte er leicht im Sinne neuer Vorstellungen überformt werden. Bei der Säkularisation und Auflösung des Klosters im Jahr 1803 fand die staatliche Aufhebungskommission das Kloster zwar verschuldet vor, hielt aber die Anlagen für den Obst- und Gartenbau sowie die Landwirtschaft für so vorbildlich, dass sie diese sowie eine Reihe von Gebäudeteilen nicht zerstörte, sondern die Bildung von Lehranstalten (Kurfürstliche Musterlandwirtschaftsschule) veranlasste, die heute hochrangige Ausbildungsstätten – Hochschulen und „Grünes Zentrum Bayerns“ – geworden sind.