10.09.2025

Branchen-News

Tag des offenen Denkmals 2025

Am 14. September 2025 findet wieder der Tag des offnen Denkmals statt. Dieses Jahr ist das Blaufärberhaus in Telgte (NRW) dabei. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Am 14. September 2025 findet wieder der Tag des offnen Denkmals statt. Dieses Jahr ist das Blaufärberhaus in Telgte (NRW) dabei. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Am 14. September 2025 ist es wieder so weit: Der Tag des offenen Denkmals 2025 lädt bundesweit dazu ein, historische Gebäude, Plätze und Kulturstätten zu entdecken. Unter dem Motto „WERT-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ öffnen tausende Denkmäler ihre Türen und machen Geschichte erlebbar. Millionen Besucherinnen und Besucher werden erwartet, wenn das größte Kulturevent Deutschlands im Bereich der Denkmalpflege seine Tore öffnet.


Ein kulturelles Highlight im September

Der Tag des offenen Denkmals 2025 findet am Sonntag, den 14. September statt und steht in diesem Jahr ganz im Zeichen des Wertes von Denkmälern. Sie sind unbezahlbar, weil sie Identität stiften, Erinnerungen bewahren und das Lebensumfeld bereichern. Eröffnet wird der Aktionstag offiziell in Gera, wo zahlreiche Programmpunkte auf die Gäste warten. Doch auch bundesweit wird die Vielfalt an Veranstaltungen begeistern.


Über 8 000 Veranstaltungen in ganz Deutschland

Deutschlandweit öffnen an diesem Tag rund 6.000 Denkmäler ihre Pforten. Insgesamt sind über 8.000 Programmpunkte sowie 450 geführte Denkmal-Touren geplant. Die Teilnahme ist meist kostenfrei. Ein digitales Programm und eine App helfen dabei, die vielen Angebote zu entdecken und nach eigenen Interessen zu filtern – zum Beispiel nach Familienfreundlichkeit oder Barrierefreiheit.


Ein Blick auf besondere Orte

Das Angebot ist so vielfältig wie die Geschichte selbst. In Telgte öffnet das Blaufärberhaus seine Türen, in Berlin das historische Nicolaihaus. In Aventoft steht ein Künstlerhaus im Mittelpunkt, während in Bonn ein Familien-Denkmal-Fest im ehemaligen Regierungsviertel gefeiert wird. Auch das Beust’sche Haus in Hachenburg, Foersters Haus und Garten in Potsdam, die Häuser Malz und Poelmahn in Vlotho sowie das Hotel Bellevue in Remagen und das Palais Salfeldt in Quedlinburg bieten spannende Einblicke.

Ein weiteres Bürgerhaus, das zum Tag des offnen Denkmals öffnet, steht in Hattingen (NRW). Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Ein weiteres Bürgerhaus, das zum Tag des offnen Denkmals öffnet, steht in Hattingen (NRW). Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Geschichte des Aktionstages

Seine Wurzeln hat der Tag in Frankreich, wo 1984 erstmals historische Stätten für die Öffentlichkeit geöffnet wurden. 1991 übernahm der Europarat die Idee und rief die European Heritage Days ins Leben. Deutschland folgte 1993, organisiert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Schon damals nahmen 3.500 Denkmäler teil, zwei Millionen Menschen besuchten die Veranstaltungen. Seit 1999 wird jedes Jahr ein Motto gewählt, das die Veranstaltung thematisch rahmt. Heute gilt der Tag als größtes Kulturevent seiner Art in Deutschland.


Warum Denkmäler wichtig sind

Der Tag des offenen Denkmals 2025 zeigt eindrucksvoll, warum der Erhalt historischer Orte so bedeutend ist. Denkmäler sind mehr als alte Steine – sie erzählen Geschichten, sind Orte der Begegnung und prägen ganze Stadtbilder. Sie machen Geschichte sichtbar und bewahren das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft. Der Tag gilt deshalb als Geschenk an die Bürgerinnen und Bürger und bietet eine seltene Gelegenheit, auch sonst unzugängliche Orte zu betreten.


Tipps für den Besuch

„Kleines Bürgerhaus“ öffnet zu Führungen

Das Blaufärberhaus Memmesheimer in der Münsterstraße 6 in Telgte, ein Haus der treuhänderischen Stiftung „Kleines Bürgerhaus“ in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), öffnet am Tag des offenen Denkmals – von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Um 11.00 Uhr, 13.00 Uhr und 15.00 Uhr findet eine etwa dreiviertelstündige Führung statt. Es führt Dr. Birgitta Ringbeck, Vorstandsmitglied der Stiftung „Kleines Bürgerhaus“. Das Blaufärberhaus ist ein kleinstädtisches Handwerkerhaus aus dem Jahr 1672, dessen heutiger baulicher Zustand auf die Zeit um 1840 zurückgeht. Ehemals ein Gasthaus, bildete es mit dem Nachbarhaus Nummer 8 eine bauliche Einheit. Die Stiftung „Kleines Bürgerhaus“ widmet sich der Erhaltung und Pflege dieser Bauweise, die die Lebensformen der „kleinen Leute“ in den letzten 500 Jahren widerspiegelt.

Stalag VII A Moosburg ist beim Tag des offenen Denkmals dabei

In Kooperation mit der Stadt Moosburg öffnet der Verein Stalag Moosburg e.V. die Räume der Wachmannschaftsbaracke Hausnummer 5. Führungen finden zwischen 13.00 Uhr und 17.00 Uhr jeweils zur vollen Stunde statt und geben Einblicke in die Geschichte des Ortes – von der Zeit der Kriegsgefangenen über Heimatvertriebene bis hin zu Gastarbeitern. Um 15.30 Uhr wird zusätzlich eine Führung über das gesamte Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers angeboten. Die Baracken stehen als materielle Zeugnisse des Zweiten Weltkriegs und als Basis für die spätere Stadtentwicklung. Als unbequeme Denkmäler sind sie ein wichtiges Instrument der politischen Bildung. Weitere Informationen finden sich unter stalag-moosburg.de.

„Bügeleisenhaus“ in Hattingen öffnet seine Türen

Das sogenannte „Bügeleisenhaus“ am Haldenplatz 1 in Hattingen/Ruhr, ebenfalls im Eigentum der Stiftung „Kleines Bürgerhaus“, öffnet ebenfalls am Sonntag. Jeweils zur vollen Stunde führt Dr. Christoph Dautermann unter dem Motto „Der Wert der kleinen Häuser“ durch das Gebäude. Das reich verzierte Haus stammt aus dem Jahr 1611 und ist bekannt für seine kunstvoll geschmückten Fassaden. Im Inneren lassen sich Spuren seiner langen Nutzungsgeschichte nachvollziehen – von Tuchmachern über Metzgereibetriebe bis hin zu heutigen Museumsbesucherinnen und -besuchern. Mit spannenden Ausstellungen konnte der Heimatverein hier bereits Tausende Gäste anziehen. Auch dieses Haus zeigt, wie wichtig es ist, die Alltagsarchitektur der Vergangenheit zu bewahren und zugänglich zu machen.

In Bayern kann man das ehemalige Kriegsgefangenenlager VII A Stalag Moosburg. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
In Bayern kann man das ehemalige Kriegsgefangenenlager Stalag VII A in Moosburg. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Mehrere Führungen werden im Kriegsgefangenenlager Stalag VII A angeboten. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Mehrere Führungen werden im Kriegsgefangenenlager Stalag VII A angeboten. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Ein Erlebnis für alle Sinne

Besonders reizvoll ist die Einmaligkeit der Veranstaltung: Viele Denkmäler sind nur am Tag des offenen Denkmals zugänglich. Wer diese Gelegenheit nutzt, erhält nicht nur historische Informationen, sondern spürt auch die besondere Atmosphäre dieser Orte. Führungen durch alte Gemäuer, Musik in Kirchen oder Erzählungen von Zeitzeugen machen die Geschichte lebendig.


Unbezahlbar und unersetzlich

Der Tag des offenen Denkmals 2025 ist weit mehr als ein Aktionstag. Er ist ein lebendiges Fest des kulturellen Erbes, das Millionen Menschen zusammenbringt und das Bewusstsein für den Wert von Denkmälern stärkt. Das Motto „WERT-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ lädt dazu ein, die Bedeutung von Geschichte und Kultur neu zu entdecken. Am 14. September 2025 lohnt es sich, den Blick auf das zu richten, was unsere Städte, Dörfer und Landschaften prägt – die Denkmäler, die uns alle verbinden.

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