Sagenhafte Unternehmung

Die Nibelungensäle im Königsbau der Residenz München wurden mehrere Jahre umfassend restauriert. Auf der Abschlusstagung Ende Oktober stellten die Beteiligten ihre gewonnenen Erkenntnisse vor. Der Zeitpunkt der Fertigstellung hätte dabei nicht besser getroffen werden können, denn 2018 feiert die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen ihr 100-jähriges Jubiläum

Nibelungensäle-Münchner-Residenz
Blick in die restaurierten Nibelungensäle, hier der Saal der Rache. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

 

Fünf als Enfilade angeordnete Räume erzählen mit reichen Wand- und Gewölbemalereien die heldenhaft-schöne wie tragische Geschichte der Nibelungen. Der Königsbau der Residenz München ist berühmt für diesen Bilderzyklus, mit dem König Ludwig I. 1828 Julius Schnorr von Carolsfeld beauftragte. Erst 1867 wurde er vollendet. Die Räume mit rund 1.830 Quadratmetern hochwertig gestalteten Oberflächen entstanden unter der Leitung von Leo von Klenze. Das mittelalterliche Sagenepos beginnt im Saal der Helden, führt durch den Saal der Hochzeit, den Saal des Verrats, den Saal der Rache und endet im Saal der Klage.

Die Nibelungensäle – ein Mammutprojekt

Insgesamt 95 szenische Malereien zieren rund 514 Quadratmeter. Doch ihr Erhalt war stark gefährdet. In einem Mammutprojekt konservierte und restaurierte die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen mit dem Staatlichen Bauamt München 1 und einem interdisziplinären Team aus Architekten, Kunsthistorikern, Restauratoren und Naturwissenschaftlern zwischen 2013 und 2018 die Nibelungensäle. Eine abschließende Fachtagung stellte Ende Oktober die vielen Erkenntnisse vor, die Experten und Wissenschaftler bei der Maßnahme gewinnen konnten – aber auch die Vorgehensweise zur künftigen Erhaltung des prachtvollen Malereischatzes.

Es begann mit dem Zweiten Weltkrieg

Teils massive Durchfeuchtungen, Salzausblühungen, Gipssinterausbildungen, Schäden durch frühere Maßnahmen, stark schwankende Klimawerte und Verschmutzungen: Verfolgt man die Vorträge der an dem Restaurierungsprojekt beteiligten Experten, glaubt man kaum, dass die Nibelungensäle heute wieder ansehnlich und zugänglich sind. 2013 waren sie das nicht.
Wie Stephan Wolf, seit 2015 als Werkstattleiter im Restaurierungszentrum der Bayerischen Schlösserverwaltung zuständig für den Fachbereich Wandmalerei und architekturgebundene polychrome Fassung, Stuck und Steinrestaurierung sowie baugebundenes Metall, zusammenfasste, nahm die Restaurierungsgeschichte mit den Bombenangriffen des Zweiten Weltkrieges 1944 ihren Anfang. Die damals entstandenen Schäden, nicht zuletzt durch die Massen an Löschwasser, versuchte man ab 1949 durch Instandsetzungsarbeiten zu beheben. Doch das jahrelang nasse Mauerwerk führte zu einer hohen Schadsalzbelastung – vorrangig Magnesiumsulfat durch die im 19. Jahrhundert für den Münchner Raum typische Verwendung von dolomithaltigem Kalk als Baumaterial. Auch unsachgemäß ausgeführte Alt-Ergänzungen belasteten bis vor Kurzem die Wand und Deckenmalereien.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der RESTAURO-Ausgabe 8/2018.

Mehr Informationen über die Restaurierung des Königsbaus der Residenz München erhalten sie hier und unter www.schloesser.bayern.de