Rembrandts Nachtwache

 

Rembrandts Nachtwache
„Nachtwache", Rembrandt van Rijn, 1642. Foto: Rijksmuseum

 

Als im Jahr 2013 das Rijksmuseum in Amsterdam nach langjährigen Renovierungsarbeiten wieder eröffnete, machte man mit einem Flashmob auf das langerhoffte Event aufmerksam. Zahlreiche Schauspieler in Originalmode inszenierten „Die Nachtwache“ von Rembrandt (1606–1669). Es ist das Herzstück des Rijksmuseums. Zehn Jahre dauerte es, bis das Gemälde wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkam. In der großen Ehrengalerie, wo sich das Werk heute befindet, ist noch bis zum 6. März die Ausstellung Anish Kapoor & Rembrandt zu sehen.

 

 

Unweit von den großformatigen Werken des zeitgenössischen Künstlers Kapoor aus Großbritannien steht Rembrandts „Nachtwache“ – mit neuer Beleuchtung. LED-Lampen lösten die alte Halogen-Leuchten ab. Das spare Energie und Wartungskosten, so das Museum. Vor allem die dunklen Flächen im Bild würden so besser zum Ausdruck kommen.

Eine großzügige Absperrung trennt das circa vier mal drei Meter große Bild aus dem Jahr 1642 vom Publikum. Nicht ohne Grund, denn das Gemälde war bereits drei Mal „Opfer“ von Überfällen. Vor 105 Jahren ging ein arbeitsloser Koch mit einem Schustermesser auf das Werk los. Der Schaden war jedoch begrenzt. Im Jahr 1975 dann wieder: Dieses Mal war der Täter ein arbeitsloser Lehrer. Die Tatwaffe ein Brotmesser. Die Restaurierung war sehr aufwendig. Fünfzehn Jahre später ein Säureattentat. Ein Eimer Wasser und der Firnis konnten große Schäden verhindern.

Damit aber nicht genug: Anfang des 18. Jahrhundert schnitt man drei Mitglieder der Bürgerwahr auf dem Bild ab, weil es für die Wand im Rathaus – dem damaligen Ausstellungsort – zu groß war. „Trotz der Überfälle auf das Gemälde ist das Werk in auffallend gutem Zustand“, bestätigt Esther van Duijn, Restauratorin am Rijksmuseum. Die letzte große Restaurierung sei 1975 gewesen.

Heute würde man viel behutsamer mit Kunstwerken umgehen, so Iris Schaefer vom Wallraf-Richarzt-Museum in Köln. Sie ist dort leitende Restauratorin und Expertin für Gemälde. Auch sie kam bereits mit Rembrandt „in Berührung“, durch sein spätes Selbstbildnis, das in der Barockabteilung des Wallraf-Richartz-Museum zu sehen ist.

„Mehr denn je sind wir heute in der Lage Übergriffe, wie die auf Rembrandts ‚Nachtwache‘ zu verhindern“, erläutert Iris Schaefer. Sie erwähnt die Schutzverglasung. „Es ist das wirksamste Mittel gegen Vandalismus!“ Mittlerweile sei die Technik so weit vorangeschritten, dass man das Glas gar nicht mehr wahrnehme. Bei der „Nachtwache“ entschied man sich gegen Schutzglas. Hier komme die Technik an ihre Grenzen – das Bild sei zu groß für eine Glasfläche, so Schaefer.

 

Lesen Sie hier mehr über Rembrandts Meisterwerk „Susanna und die beiden Alten“ (1647).