04.08.2020

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Provenienzforschung in Bayern

von Martin Miersch
das die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in ihrer Obhut haben
das die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in ihrer Obhut haben

Der Forschungsverbund Provenienzforschung (FPB) hat seinen aktuellen Tätigkeitsbericht 2019 vorgelegt und dokumentiert damit die Forschungsarbeit von 22 beteiligten Institutionen. Im vergangenen Jahr konnten insgesamt 362 Objekte restituiert, 36 Forschungsprojekte bearbeitet und über 120 Fundmeldungen veröffentlicht werden


Nach rund einjähriger Recherche kann das Gemälde „Fischerboote bei Frauenchiemsee“ von Joseph Wopfner, das die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in ihrer Obhut haben, an die Erben nach dem Nürnberger Unternehmer Alfred Isay zurückerstattet werden. Foto: www.sammlung.pinakothek.de
Nach rund einjähriger Recherche kann das Gemälde „Fischerboote bei Frauenchiemsee“ von Joseph Wopfner, das die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in ihrer Obhut haben, an die Erben nach dem Nürnberger Unternehmer Alfred Isay zurückerstattet werden. Foto: www.sammlung.pinakothek.de

Er war ein Schüler des Münchener Malerfürsten Karl Theodor von Piloty, der Freund Wilhelm Leibls und ein Pionier der Freiluftmalerei. Sein Lieblingssujet war der Chiemsee. Der Münchener Maler Joseph Wopfner war Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner virtuosen Beherrschung atmosphärischer Phänomene und insbesondere der Lichtspiegelungen auf dem Wasser unbestritten der populärste Chiemseemaler. Jetzt kann sein stimmungsvolles Gemälde „Fischerboote bei Frauenchiemsee“ von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen an die Erben des Nürnberger Unternehmers Alfred Isay restituiert werden. Eine bereits geplante Übergabe konnte zwar aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr stattfinden, das Projekt steht jedoch kurz vor dem Abschluss.

Seit 1998 haben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen 19 Werke aus 11 Sammlungen restituiert. 362 Objekte wie Gemälde, Graphiken, Kunsthandwerk, Bücher und Musikinstrumente aus bayerischen Einrichtungen konnten im Jahr 2019 durch die Arbeit des Forschungsverbundes Provenienzforschung Bayern (FPB) restituiert werden. So erhielten Nachfahren zum Beispiel Silberobjekte wie Leuchter, Kelche und ein Gewürzgefäß, gerahmte Elfenbeinreliefs oder Zeichnungen und Gemälde zurück. Das zeigt der Tätigkeitsbericht, den Kunstminister Bernd Sibler am 4. Mai 2020 gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden des Verbundes Dr. Johannes Gramlich und Dr. Stephan Kellner der Öffentlichkeit vorstellte. Der Bericht gibt einen Überblick über die Forschungsarbeit der 22 beteiligten Institutionen, darunter 15 Mitglieder und sieben Kooperationspartner, die sich mit der Geschichte von mutmaßlich geraubten Kunst- und Kulturgütern befassen.

Lesen Sie weiter in der kommenden Ausgabe der RESTAURO 6/2020. Themenschwerpunkt: Restitution.

 

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