Porträt Restaurator Peter Schöne

Was bewegt Peter Schöne? RESTAURO sprach mit dem Diplom-Restaurator aus Halle über seinen Werdegang und seine Projekte. Ein Porträt

Sein Atelier gründete Peter Schöne 1989. Im Mai, als die DDR noch existierte. Schon da hatte er sich für Halle an der Saale als Arbeitsort entschieden. „Die hohe Dichte an Baudenkmalen in Halle beeindruckte mich“, sagt Peter Schöne, der in einem der schönsten Viertel der Stadt nahe der Kunsthochschule Burg Giebichenstein seine Werkstatt hat. Als er damals in der Stadt ankam, war sie noch eine der grauesten in der ohnehin grauen DDR. Ihre Schönheit unter dem Schmutz erkannte Peter Schöne, der in Dresden geboren wurde, dort eine Lehre zum Kunstformer absolvierte und anschließend in Potsdam Wandmalerei und historische Architekturfarbigkeit studierte.

Bauhausbauten in Dessau, Burgen und Schlösser, Kirchen und Klöster in Sachsen-Anhalt

Nach 1990 arbeitete er an vielen großen Projekten in Halle und in Sachsen-Anhalt mit. „In Sachsen-Anhalt spielten Bestandsschutz und  Konservierung schon immer eine große Rolle, was meinem Grundverständnis von Restaurierung und Denkmalpflege entspricht“, sagt Peter Schöne. Zu seinen Projekten zählen alle Bauhausbauten in Dessau, viele Burgen und Schlösser, Kirchen und Klöster in Sachsen-Anhalt, die Universitätsbauten der Martin-Luther-Universität, die Moritzburg und das Landgerichtsgebäude sowie die Franckeschen Stiftungen in Halle, um nur einige zu nennen. „Im Rückblick ist unsere Bilanz schon großartig“, sagt Schöne stolz und bescheiden zugleich.

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Der Restauratoren-Job fordert Zeit, Einsatz und Disziplin

Denn viel Zeit, viel Einsatz, viel Disziplin verlangte sein Job immer. All die großen Projekte hätte er jedoch nicht realisieren können, wenn er nicht nach und nach ein leistungsfähiges Team mit sechs Mitarbeitern – Restauratoren, Innenarchitekt, Möbeltischler, Malermeister, Informatiker – aufgebaut hätte. Auch wenn er momentan vor allem Planungsaufträge umsetzt, ist es ihm wichtig, dass seine Firma alle Phasen einer Restaurierung auf seinem Fachgebiet jederzeit auch selbst ausführen kann. Peter Schöne und sein Team arbeiteten an der Restaurierungsplanung für Schloss Wilhelmshöhe und die Löwenburg in Kassel mit, an Restaurierungsprojekten in der Marktkirche und im Dom in Halle. Außerdem war sein Atelier für Planung und Koordinierung der Restaurierung der Andreaskirche in Eisleben verantwortlich. Es ist die Kirche, in der Martin Luther seine letzten vier Predigten hielt.

Peter Schöne ist ein leidenschaftlicher Verteidiger des zweijährigen Vorpraktikums

Es lief gut für Peter Schöne, der wie ein viel beschäftigter, aber sehr zufriedener Restaurator wirkt. Über seine Nachfolge macht er sich – wenn er Zeit hat – Gedanken. Bis dahin sind es noch einige Jahre, denn Schöne wird in diesem Jahr 60. Doch auch er merkt, dass es immer weniger Interessenten für Restaurierungspraktika gibt. Peter Schöne ist, wie viele ältere Restauratoren, ein leidenschaftlicher Verteidiger des zweijährigen Vorpraktikums. Er habe kontinuierlich  Praktikanten ausgebildet, von denen  95 Prozent das Studium erfolgreich absolviert haben und heute in ihrem Beruf arbeiten. Eine ausführliche Vorbereitung auf Studium und Beruf hält er auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht für sinnvoll. Denn auf diese Weise könnten die zukünftigen Restauratoren erfahren, was es heiße, selbstständig zu sein und einen Betrieb zu führen. 

Peter Schöne absolvierte in Dresden eine Lehre zum Kunstformer und studierte anschließend in Potsdam Wandmalerei und historische Architekturfarbigkeit. Seit 1989 ist er mit seinem Atelier Schöne in Halle selbständig.

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