Neuer UNESCO-Lehrstuhl in Bonn

Forschung zu Mensch-Wasser-Systemen stärkt Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Die UNESCO hat gemeinsam mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn den UNESCO-Lehrstuhl für Mensch-Wasser- Systeme eingerichtet. Damit tragen in Deutschland nun 14 UNESCO-Lehrstühle zur Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda bei. „Forschung und Lehre im weltweiten Verbund der UNESCO-Lehrstühle bringen uns den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen einen wichtigen Schritt näher“, betont die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer. „Forschung ist unerlässlich, um Lösungen für den globalen Wandel zu finden. Der neue UNESCO-Lehrstuhl in Bonn zeichnet sich durch fachliche Exzellenz, ein besonderes internationales Profil und vor allem die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Forschern in Ländern des Globalen Südens aus“, so Böhmer weiter.

Der UNESCO-Lehrstuhl für Mensch-Wasser-Systeme an der Universität Bonn erforscht die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser aus inter- und transdisziplinärer, natur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Beziehung zwischen Klima-, Wasser- und Ernährungsfragen sowie hydrologischen Extremen wie Dürre und Hochwasser in Südost-Asien, im östlichen und südlichen Afrika. Der neue Lehrstuhl wird von Prof. Dr. Mariele Evers geleitet, die auch dem deutschen wissenschaftlichen Beirat für die Wasserforschungsprogramme der UNESCO und der Weltorganisation für Meteorologie vorsitzt.

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„Die Aktivitäten des Lehrstuhles umfassen Forschung, Lehre, Capacity Development und Generierung von entscheidungsrelevantem Wissen für und mit Praxisakteuren, die über internationale Kooperationen realisiert werden“, erläutert Lehrstuhlinhaberin Evers. „Die Forschung zu Mensch-Wasser-Systemen ist komplex, die inter- und transdisziplinären Zugänge sind zentral für ein besseres Verständnis und die nachhaltige Umsetzung von Wissen. Jedoch mangelt es oftmals an methodischen Zugängen und der zielgerichteten Aufbereitung von Forschungsergebnissen. Genau hier wollen wir mit dem neuen Lehrstuhl ansetzen“, so Evers.

UNESCO-Lehrstühle stärken durch ihre Arbeit die Kooperation mit Universitäten, anderen Forschungseinrichtungen und gesellschaftlichen Akteuren in Ländern des Globalen Südens, in Deutschland und in Europa. Im weltumspannenden Netzwerk der UNESCO Chairs kooperieren über 750 UNESCO-Lehrstühle in mehr als 110 Ländern, um die Ziele der UNESCO in Wissenschaft und Bildung zu verankern.

In Deutschland sind 14 UNESCO-Lehrstühle ansässig. Sie zeichnen sich durch herausragende Forschung und Lehre in den Arbeitsgebieten der UNESCO aus. Zu den Prinzipien ihrer Arbeit gehören die internationale Vernetzung, insbesondere im Nord- Süd- und Nord-Süd-Süd-Bereich, sowie die Förderung des interkulturellen Dialogs. UNESCO-Lehrstühle tragen weltweit dazu bei, Wissen zu schaffen, zu verbreiten und zur Anwendung zu bringen, um nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Lesen Sie mehr zum Thema „Kulturerbe und Verantwortung“  in der kommenden RESTAURO 4/2021, die am 17. Juni 2021 erscheint.