Neue nicht invasive Methoden im Fokus

Unter dem Motto „Nicht invasiv!“ veranstalten die HAWK Fakultät Bauen und Erhalten und das Hornemann Institut vom 27. bis 30. April 2022 eine interdisziplinäre Tagung in Brandenburg an der Havel. Die HAWK in Hildesheim kooperiert dabei mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum und mit dem Domstift Brandenburg. Nun hat das Hornemann Institut der HAWK auf seiner Website die Anmeldung zur Tagung freigeschaltet

In Brandenburg an der Havel findet am vom 27. April bis 30. April 2022 die Internationale Tagung „Unter dem Motto „Nicht invasiv!“ der HAWK (Fakultät Bauen und Erhalten und Hornemann Institut) in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum sowie dem Domstift Brandenburg statt. Eingerahmt vom zwei Exkursionstagen zur mittelalterlichen Wandmalerei finden an zwei Tagen Vorträge im Rolandsaal im Altstädtischen Rathaus in Brandenburg an der Havel statt: Am 28. April fokussieren die Vorträge auf das von Frau Prof. Dr. Schädler-Saub geleitete DFG-Projekt zum Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in der Brandenburger Domklausur. Am 29. April werden Kollegen:innen aus anderen europäischen Staaten innovative Projekte aus dem Bereich der Wandmalerei/Architekturoberfläche zur Diskussion stellen. Es besteht ausreichend Gelegenheit, den Einsatz digitaler Techniken in der Brandenburger Domklausur zu diskutieren.

Nahezu alle historischen Kunstwerke sind fragmentarisch überliefert: Der Umgang mit diesen Fragmenten, ihre Erforschung, Erhaltung und Vermittlung, gehören somit zu den zentralen Aufgaben von Restaurator:innen, Archäolog:innen, Kunsthistoriker:innen, Architekt:innen und Denkmalpfleger:innen.

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Im Fokus: neue nicht invasive Methoden

Inzwischen bieten uns strahlendiagnostische bildgebende Techniken und digitale Möglichkeiten der Visualisierung und Simulation immer effizientere Instrumente für die Erforschung, virtuelle Ergänzung und Vermittlung fragmentarischer Werke. Vor allem aber bieten sie uns neue, nicht invasive, d. h. nicht in die Substanz eingreifende Techniken.

Die Tagung bietet nicht nur einen praxisorientierten Überblick über diese innovativen Techniken und ihre Einsatzmöglichkeiten, sondern zudem die Gelegenheit, sich darüber mit den Anwendern direkt auszutauschen. Sie fokussiert auf die Erforschung und Präsentation von Wandmalerei, weil gerade diese Kunstgattung durch Klimawandel, Vandalismus, Umbauten und Neugestaltungen etc. heute oft nur noch schlecht lesbar und schwer verständlich erhalten ist.

Interdisziplinär

Die vortragenden Expert:innen kommen aus den Fachdisziplinen der Konservierung-Restaurierung, Kunstgeschichte, Denkmalpflege, Bauforschung, Messtechnik/Fotografie und den Naturwissenschaften.

Ablauf

Die ersten Vorträge thematisieren die Ergebnisse des von Prof. Dr. Ursula Schädler-Saub (HAWK) geleiteten restaurierungswissenschaftlichen DFG-Projektes über den spätgotischen Wandmalereizyklus zu den Wissenschaften und Künsten in der Domklausur zu Brandenburg an der Havel. Der Schwerpunkt liegt auf den neu entwickelten Methoden und Techniken der Erfassung und Visualisierung des Fragmentarischen. Die Möglichkeiten ihres gewinnbringenden interdisziplinären Einsatzes werden zur Diskussion gestellt. U.a. werden auch die Ergebnisse zur Erforschung der historischen Maltechnik vorgestellt – es handelt sich um eine ungewöhnlich aufwändige Secco-Technik, unter Verwendung kostbarer Pigmente.

Der Referent:innen des nächsten Tages stellen andere aktuelle Projekte zur Erforschung, Visualisierung und Präsentation fragmentarischer Kunstwerke mittels strahlendiagnostischer bildgebender Verfahren vor, z. B. mittels Anwendung der Multispektralanalyse. Um eine Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Methoden und Techniken anzuregen, sind auch Beispiele aus dem Bereich Skulptur dabei. Zudem wird eine Open-Source-Technik vorgestellt, die auch bei kleineren Projekten sehr gut eingesetzt werden kann.

Bei der Abschlussdiskussion werden Experten:innen unterschiedlicher Profession die wichtigsten Überlegungen zusammenfassen und in der Diskussion mit dem Auditorium einen Blick in die Zukunft wagen. Ein öffentlicher Festvortrag erläutert neue kunsthistorische Ergebnisse zum Wandmalereizyklus in der ehem. Bibliothek der Brandenburger Domklausur und veranschaulicht die enorme kulturhistorische Bedeutung des Zyklus.

Begleitbuch

Zur Tagung erscheint in Kooperation mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Ein Begleitbuch mit der Abschlussdokumentation des restaurierungswissenschaftlichen DFG-Projekts,

Exkursionen

Eingerahmt wird die Fachtagung durch gemeinsame Besichtigungen mittelalterlicher Wandmalereien in der Stadt Brandenburg und ihrer näheren Umgebung. Den Auftakt bildet am Nachmittag des 27. April ein Gang von St. Katharina über St. Johannis zur Domklausur. Am 30. April gibt es eine Exkursion zu mittelalterlicher Wandmalerei in der Mark Brandenburg.

Die Anmeldung erfolgt nur onlineDie Tagung wird gefördert aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab.

Kontakt:
Für administrative Fragen: Nina Niemeyer-Thömel, Hornemann Institut der HAWK
Für organisatorische Fragen: Dr. Angela Weyer, Hornemann Institut der HAWK
Für inhaltliche Fragen: Prof. Dr. Dipl.-Rest. Ursula Schädler-Saub

Lesetipp: Mit einem öffentlichen Vortrag zur Erhaltung der Bilderdecke in der Michaeliskirche in Hildesheim feierte das Hornemann Institut der HAWK am 16. Januar 2019 in St. Michaelis sein 20jähriges Bestehen.