Nachruf Martin Roth

Der deutsche Kulturmanager, Museumsleiter und Kurator Martin Rot (1955–2017) ist tot. Der frühere Direktor des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und des Londoner Victoria and Albert Museum starb nach schwerer Krankheit am vergangenen Sonntag im Alter von 62 Jahren.

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Vogelbauervase aus Japan, um 1700, nach der Restaurierung. Foto: SKD

Er war der erste Deutsche an der Spitze eines britischen Top-Museums: Martin Roth (1955–2017). Am vergangenen Sonntag starb er nach schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren in Berlin. Der promovierte Kulturmanager, Honorarprofessor für Kulturpolitik und Kulturmanagement in Dresden, war einer der erfolgreichsten Museumsmacher der letzten Jahrzehnte. In London feierte der frühere Direktor des Victoria and Albert Museum mit Blockbuster-Ausstellungen zu David Bowie oder dem Mode-Designer Alexander McQueen Besucherrekorde. Davor hatte der gebürtige Stuttgarter eine beachtliche Karriere in Deutschland gemacht: Mit gerade 36 Jahren leitete er zehn Jahre lang das Deutsche Hygiene-Museum Dresden. Anschließend war er von 2001 bis 2011 Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Genie des Fundraisings

Nicht nur mit spektakulären Ausstellungen, sondern auch mit brillanten Fundraising-Aktionen, wie etwa beim Elbhochwasser im Jahr 2002, machte er international auf sich aufmerksam. Zudem setzte er sich ganz besonders für die Restaurierung bzw. Rekonstruktion des Grünen Gewölbes und des Albertinums ein, das im September 2006 wiedereröffnet wurde. Seine neue Stelle als Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen (IfA) in Stuttgart hatte Martin Roth erst vor kurzem angetreten. Er hinterließ: „Ich bin überzeugt, dass Kunst und Kultur unverzichtbare Grundlage einer Gesellschaft im demokratischen und friedlichen Zusammenleben sind.“