Das Diözesanmuseum Freising startet in die neue Saison mit einem vielfältigen Programm, das Besucherinnen und Besucher auf eine spannende Reise durch Geschichte, Kunst und Naturwissenschaft entführt. Die aktuellen Sonderausstellungen reichen von meisterhaften Werken der italienischen Renaissance über historische Veduten des Bistums bis hin zu zeitgenössischer Malerei von Judith Milberg. Das Museum bietet damit ein einzigartiges Kaleidoskop an visuellen und intellektuellen Erlebnissen, das Geschichte und Gegenwart in faszinierender Weise miteinander verknüpft.
Die Ausstellungen im Diözesanmuseum Freising versprechen nicht nur optische Höhepunkte, sondern auch tiefgründige Einblicke in historische Zusammenhänge, gesellschaftliche Entwicklungen und philosophische Fragen. Besucher können die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen erleben, von fein ausgeführten Veduten über die monumentale Darstellung religiöser Themen bis hin zu abstrakten, experimentellen Kompositionen zeitgenössischer Künstler. Jede Ausstellung erzählt ihre eigene Geschichte und lädt dazu ein, die komplexen Verbindungen zwischen Mensch, Natur und Kultur zu entdecken.
„Göttlich!“ – Meisterwerke der italienischen Renaissance
Unter dem Titel „Göttlich!“ präsentiert das Diözesanmuseum Freising eine außergewöhnliche Sonderausstellung mit Meisterwerken führender italienischer Künstler wie Sandro Botticelli, Andrea Mantegna, Giovanni Bellini und Filippo Lippi. Gezeigt werden Gemälde, Skulpturen, Reliefs und Kleinkunstwerke von der Frührenaissance bis zum beginnenden Manierismus. Die Ausstellung beleuchtet die entscheidende Epoche, in der sich der Mensch neu verortet und die bisherigen Grenzen zwischen himmlisch und irdisch, heilig und profan ins Wanken geraten.
Mit 65 hochkarätigen Leihgaben aus 27 italienischen Museen bietet die Schau die Möglichkeit, die Rolle und Macht von Bildern bei der Selbstfindung des Menschen in Bezug auf Gott und Gesellschaft zu erleben. Kardinal Reinhard Marx betont, dass die Ausstellung nicht nur einige der schönsten Bilder der europäischen Kunstgeschichte zeige, sondern auch für Fragen sensibilisiere, die heute ebenso relevant seien wie im 15. Jahrhundert – etwa das Verhältnis von Wirklichkeit und Wahrheit, von Ideal und Realität, von Irdischem und Göttlichem. Die Ausstellung läuft vom 20. September 2025 bis 11. Januar 2026.
Historische Veduten des Hochstifts Freising
Eine weitere Höhepunkt-Ausstellung im Diözesanmuseum Freising widmet sich den historischen Veduten des Hochstifts Freising. Rund 200 Jahre lang schmückten topographische Ansichten den Fürstengang zwischen bischöflicher Residenz und Mariendom. Johann Franz Eckher (1649–1727) ließ 32 querformatige Veduten von Valentin Gappnigg zwischen 1696 und 1702 anfertigen.
Die temperierten Papierbilder zeigen die Orte und Dörfer des Bistums in ihrer landschaftlichen Einbettung und liefern teilweise die frühesten Darstellungen dieser Gemeinden überhaupt. Mit der Kombination aus Veduten, Porträtfolgen der Freisinger Bischöfe, Wappen und biographischen Texten wurde der Fürstengang zu einem monumentalen Zeugnis der Freisinger Geschichte und der autonomen Herrschaftsansprüche. Diese Ausstellung im Diözesanmuseum Freising ist ein einmaliger Blick auf die historische Identität des Bistums und die kunstvolle Umsetzung von Macht und Repräsentation.
„Imagine all the Pieces“ – Judith Milberg und die Natur
Zeitgenössische Kunst zeigt das Diözesanmuseum Freising mit der Ausstellung „Imagine all the Pieces“ der Künstlerin Judith Milberg. Die Ausstellung ist eine Einladung, die Faszination der Künstlerin für den Urknall, die Entstehung der Erde und die Komplexität des Lebens zu teilen. Milberg untersucht in ihren Arbeiten die Wechselbeziehungen der Natur und findet Inspiration in Wissenschaft und Philosophie.
Ihre Werke entstehen aus einem intensiven dynamischen Malprozess: pigmentierte Tusche wird geschüttet, Pastellkreiden tief in Holzoberflächen eingerieben, sodass pulsierende, amorphe Formen und leuchtende Farbspritzer entstehen. Pflanzen, Blütenformen und imaginäre Tierarten prägen die Bildwelten und spiegeln die zeitliche Unendlichkeit und die Begrenztheit des individuellen Daseins wider. Die Ausstellung regt Besucher des Diözesanmuseum Freising zu grundlegenden Überlegungen über Sinn und Wert des Lebens an.
Renaissance und Gegenwart im Dialog
Wie die Ausstellung „Göttlich!“ zeigt, standen Menschen in der Renaissance vor einem tiefgreifenden Epochenwandel – eine Phase, in der sich Wissen, Werte und gesellschaftliche Strukturen neu definierten. Kardinal Marx zieht Parallelen zu unserer heutigen Zeit: Digitale Vernetzung, Bilderflut und künstliche Intelligenz führen zu einer Transformation, die teilweise historische Grundlagen in Frage stellt.
Das Diözesanmuseum Freising verbindet mit seinem Ausstellungsprogramm diese historischen und zeitgenössischen Perspektiven und regt Besucher an, über den Wandel von Gesellschaft und Kultur nachzudenken. Die Kombination aus Renaissance-Meisterwerken, historischen Veduten und moderner Naturdarstellung schafft einen einzigartigen Spannungsbogen, der Vergangenheit und Gegenwart in einen lebendigen Dialog setzt.
Besuch und weitere Informationen
Das Diözesanmuseum Freising bietet täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr Zugang zu seinen Ausstellungen. Mit einem abwechslungsreichen Programm aus historischen und zeitgenössischen Werken wird das Museum zur Plattform für Begegnungen mit Kunst, Geschichte und Philosophie. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, tief in die europäischen Kulturtraditionen einzutauchen, neue Perspektiven auf die Natur zu gewinnen und die verbindenden Elemente zwischen Mensch und Kunst zu entdecken.
Wer auf der Suche nach einem inspirierenden Erlebnis für die ganze Familie oder eine vertiefende Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte ist, findet im Diözesanmuseum Freising ein außergewöhnliches Angebot. Die aktuelle Saison zeigt eindrucksvoll, wie das Museum historische Werke, Veduten und zeitgenössische Malerei zu einem Gesamterlebnis zusammenführt.
