Kulturgut auf dem Trampolin

Die Umwelt einer Vitrine ist alles andere als ruhig. Konzerte in Museen, aber auch Bus, Bahn und vor allem die Schritte der Museumsbesucher verursachen eine Dauerschwingungsbelastung der Vitrinen, wie neue Forschungen zeigen.

Museumplein in Amsterdam am Koninginnedag 2004: Ein Musikfestival rockt das Van-Gogh-Museum. Die Restauratoren sind besorgt um die Sonnenblumen und die anderen Meisterwerke. Berliner Lustgarten im September 2009: Zwölf japanische Trommler bringen das Alte Museum zum Schwingen. Wird die Glasamphora aus Olbia, die größte und am besten erhaltene ihrer Art, diesen Vibrationen standhalten? Einmal wöchentlich in den meisten Museen weltweit: Auf ihrem Rundgang durch die Präsentationsräume stellen die Restauratoren, Volontäre oder Praktikanten Skulpturen, Büsten und anderes „gewandertes“ plastisches Kulturgut in den Vitrinen auf ihren Platz zurück.
In allen drei Situationen sind die Ursachen für die Sorge um das Kulturgut mechanische Schwingungen und Stöße. Neue Forschungen zeigen: diese Schwingungen sind messbar – und dadurch sichtbar.

 

Alle Gegenstände schwingen stets in einer ihnen eigenen Art und Weise, den sogenannten Eigenschwingungen. Zu sehen ist hier die Eigenschwingung einer Vitrine mit der Frequenz f=21 Hz.

 

Das Gleiche gilt für das Objekt, welches in der Vitrine aufbewahrt wird. Im vorliegenden Fall: ein Kerzenhalter aus Messing. Eine Eigenfrequenz des Kerzenhalters beträgt 20 Hz.

 

Der Vitrinenboden als Trampolin: Die Schwingungen des Kerzenhalters und der Vitrine, die durch den schwingenden Fußboden ausgelöst wurden.

Einen umfassenden Artikel über die Schwingungsbelastung von Vitrinen und darin platziertem Kulturgut lesen Sie in unserer RESTAURO-Ausgabe 1/2018.