„Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Frau’n!“

Das Gemälde „Anbetung der Hirten“ von Gerrit van Honthorst aus dem Jahr 1622 ist pünktlich zur Weihnachtszeit wieder im Rahmen einer kleinen Ausstellung im Walraff-Richartz-Museum in Köln zu bestaunen.

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Restauriert und erforscht ist das Gemälde „Anbetung der Hirten“ von Gerrit van Honthorst (1622) nun wieder im Walraff-Richartz-Museum zu sehen. Foto: Wallraf-Richartz-Museum

 

Über ein Jahr lang wurde es umfänglich restauriert und analysiert: das Gemälde „Anbetung der Hirten“ von Gerrit van Honthorst aus dem Jahr 1622. Nun kann man das Werk des Utrechter Caravaggisten in voller Pracht im Rahmen einer kleinen Ausstellung im Walraff-Richartz-Museum in Köln bestaunen – pünktlich zur Weihnachtszeit. Und nicht nur das, es präsentiert sich auch heller, farbiger und sogar noch größer.

Während der einjährigen Restaurierungs- und Forschungsphase machte das Team aus Kuratoren und Restauratoren mit Hilfe von Röntgen, Mikroskopie und Infrarot erstaunliche Entdeckungen: So fand es heraus, dass der Künstler selbst sein Bild nachträglich vergrößerte und einen der Hirten durch Übermalungen verwandelte. 1940 entschied der damalige Kurator Helmut May, den ergänzten Leinwandteil umzuschlagen und für den Betrachter unsichtbar zu machen. May begründete sein ungewöhnliches Vorgehen mit einer „Verbesserung der Kompositionswirkung“. Es ist aber auch möglich, dass er nur den vorhandenen, kleinen Rahmen weiter nutzen wollte. Außerdem stellten die Wissenschaftler kurz vor der Restaurierung Feuchtigkeitsschäden am Gemälde fest, die auf die kriegsbedingte Einlagerung in einem Stollen zurückzuführen ist. Dem Restauratoren-Team gelang es in einem aufwendigen Prozess, die Leinwand zu glätten und die umgeschlagene Partie mit dem alten Leinwandteil zu einem Bild zu vereinen. Zusätzlich befreiten sie das Werk vom vergilbten, matten Firnis und ließen nach historischem Vorbild einen neuen, passenden Rahmen anfertigen.

Im dazugehörigen Ausstellungskatalog haben die Restauratoren die Forschungsergebnisse zur Maltechnik und die Restaurierungsmaßnahmen ausführlich erläutert. Gefördert wurde das Restaurierungsprojekt vom Land NRW.

Bis zum 4. Februar 2018 ist das Gemälde noch im Rahmen einer eigenen Sonderschau „Wundervoll – Honthorsts Anbetung der Hirten“ zu sehen.