Hamburg erhält seine Orgel zurück

Zwei Jahre dauerte die Restaurierung der größten zweimanualigen Orgel von Arp Schnitger. Damit endet eines der wichtigsten Restaurierungsprojekte im Bereich der norddeutschen Barockorgeln. Am 18. Juni wurde sie mit einem Festprogramm der Öffentlichkeit vorgestellt.

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Ein Blick auf die imposant wirkende Arp-Schnitger-Orgel aus dem Jahr 1688 in der St. Pankratius-Kirche in Hamburg-Neuenfelde. Foto: Hilger Kespohl

Es ist eine der bedeutendsten norddeutschen Barockorgeln – die Arp-Schnitger-Orgel in der St. Pankratius-Kirche Hamburg-Neuenfelde. Von den etwa 170 Orgeln des berühmten Orgelbaumeisters Arp Schnitger (1648–1719) sind noch rund 30 erhalten. Die Neuenfelder Orgel aus dem Jahr 1688 nimmt hierbei eine besondere Stellung ein: Mit 34 Registern ist sie die größte zweimanualige Orgel von Arp Schnitger, der in Neuenfelde lebte und arbeitete.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Die Arp Schnitger Orgel in Neuenfelde von 1688 ist eine der bedeutendsten Orgeln des berühmten Orgelbaumeisters. Dem Engagement der Kirchengemeinde ist es zu verdanken, dass die Barock-Orgel jetzt wieder im alten Glanz erstrahlt und in der Heimatkirche Arp Schnitgers in voller Pracht erklingen kann. Gemeinsam mit mehreren Institutionen und Stiftungen und mit Mitteln aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes in Höhe von 300.000 Euro und des Denkmalschutzamtes in Höhe von 40.000 Euro konnte die Sanierung realisiert werden.“

Umfangreiche Restaurierungsarbeiten waren notwendig

Im 20. Jahrhundert fanden bereits mehrfache Restaurierungen an der größtenteils original erhaltenen Neuenfelder Orgel statt, welche jedoch nicht die gewünschten Ergebnisse erbrachten. Die historische Substanz konnte nicht nachhaltig gesichert werden. So wurde im April 2014 eine grundlegende Restaurierung und Teilrekonstruktion bei der Dresdner Restaurierungswerkstatt Kristian Wegscheider in Auftrag gegeben. Alle historischen Originalteile der Orgel wurden inspiziert, konserviert und anschließend restauriert. Begleitet und dokumentiert wurde das Unterfangen vom Arp-Schnitger-Institut der Hochschule für Künste in Bremen.

Das Orgelgehäuse erhielt durch den Restaurator Dietrich Wellmer seine frühere Farbfassung zurück. Die Arbeiten erfolgten in Abstimmung mit dem Dezernat Bauwesen des Landeskirchenamtes der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland und dem Denkmalschutzamt.

Im Zuge der Orgelrestaurierung wurden auch erhebliche Schäden an der Orgelempore entdeckt und beseitigt. Zur nachhaltigen Sicherung der Orgel erhielt die Kirche außerdem eine moderne Klimasteuerung. Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund 1.000.000 Euro.

Vom 18. Juni bis 2. Juli 2017 wird die Arp-Schnitger-Orgel in einem umfangreichen Festprogramm der Öffentlichkeit vorgestellt. Unter anderem kann man sich bei zwei Konzerten am 25.6. und 2.7. selbst von ihrem Klang überzeugen. Mehr dazu erfahren Sie auch auf www.schnitgerorgel.de