FORWARD

Der Tagungstitel war Programm und sehr klug gewählt, denn „FORWARD“ heißt übersetzt bekanntlich „vorwärts“. Außerdem fungierten die Großbuchstaben als Abkürzung für „Forum wissenschaftliches Arbeiten in Restaurierung und Denkmalpflege“. Damit war das Thema klar umrissen, denn die eintägige Tagung des Verbandes der Restauratoren am 30. Juni in Berlin wollte „historische Entwicklungen und erreichte Standards anschauen, aktuelle Tendenzen diskutieren und kraftvoll die zwingende Notwendigkeit wissenschaftlichen Arbeitens in allen musealen und denkmalpflegerischen Sparten hervorheben“, hieß es in der Ankündigung.

Die „zwingende Notwendigkeit wissenschaftlichen Arbeitens in allen musealen und denkmalpflegerischen Sparten“ wollte die Tagung des Verbandes der Restauratoren am 30. Juni in Berlin hervorheben. Als Referenten waren daher Restauratoren und Naturwissenschaftler und Referenten mit beiden Ausbildungen geladen. Doch in welchem Maße moderne Restaurierung von naturwissenschaftlichen Untersuchungen bestimmt werden soll, muss immer wieder neu verhandelt werden. Das zeigte sich vor allem in den beiden Vorträgen, die sich mit der historischen Entwicklung der Restaurierung beschäftigten. Julia Feldtkeller, promovierte Kunsthistorikerin und Restauratorin im Bereich Wandmalerei und Architekturoberflächen und Ursula Schädler-Saub, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, HAWK Hildesheim, wiesen darauf hin, dass die gefeierten Lösungen der Vergangenheit nicht unbedingt von Dauer waren. Moden, so war auf der Tagung zu lernen und als Mahnung mitzunehmen, gab es in der Restaurierung immer wieder.

Deshalb plädierte Frank Schlütter, der nach dem Studium der Kristallographie wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Analytische Baustoffmikroskopie an der Amtlichen Materialprüfungsanstalt Bremen wurde, für Zusammenarbeit, Austausch, Flexiblität und Teamfähigkeit zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen. So entstehe ein großes Wissensschatz, der allen Beteiligten und ihren Projekten nutze. Das Selbstbild des Restaurators als Einzelkämpfer hatte auf dieser Tagung wenig Platz. Vielmehr wurde es durch die Vorstellung von einem interdisziplinären Teamarbeiter ersetzt.