Früh übt sich

In Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz initiierte das RGZM ein Forschungsprojekt, um die archäologische Fundstätte Bisenzio in Etrurien zu untersuchen und zu dokumentieren. Das Besondere? – es handelt sich hierbei um eines der wenigen etruskischen Zentren, das nicht durch folgende Überbauung zerstört wurde. Quasi ein Glücksfall. Nun vermitteln Experten aus Archäologie und Pädagogik auch Schülern aus dort umliegenden Schulen die Dringlichkeit, das kulturelle Erbe zu bewahren.

„Bisenzio. Multi-disziplinäre Erforschung eines bedeutenden etruskischen Zentrums von der jüngeren Bronzezeit bis in die Archaische Periode.“ – Das ist der Name eines Projekts einer wissenschaftlichen Kooperation zwischen dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Altertumswissenschaften Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie.

Wie bringt man Schülern Denkmalschutz näher?

Im Zuge dieses Projekts haben es sich Dr. Andrea Babbi, Archäologe im RGZM, und Dr. Veliana Olivieri, Archäologin und Pädagogin auch zur Aufgabe gemacht, Vermittlungsmaßnahmen zu konzipieren und zu planen, die für die Dringlichkeit der Erhaltung des kulturellen Erbes im italienischen Bisenzio sensibilisieren sollen. In diesem Zusammenhang spielen auch didaktische Tätigkeiten mit lokalen Schulen eine wesentliche Rolle. 44 Schüler zwischen zehn und zwölf Jahren aus Capodimonte und Marta wurden im örtlichen „Museo della Navigazione nelle Acque in Interne“ in Capodimonte im Rahmen einer Projektarbeit mit der Notwendigkeit der Erhaltung archäologischen Erbes vertraut gemacht. Dabei führten die beiden Wissenschaftler die Klassen mit einer Präsentation zur Skizzierung des historischen und archäologischen Gefüges der archäologischen Fundstätte Biszenio sowie zur Methodik der Forschung in die Thematik ein. Die Schüler beschäftigten sich dann in Gruppenarbeit mit der Chronologie spezifischer archäologischer Kontexte der einheimischen materiellen Kultur, wie die Protovillanova-, die Villanova- und die etruskische Kultur. Als Teil dieser Sensibilisierungsmaßnahme setzten sich die Teilnehmer auch mit den Konsequenzen der Plünderung durch Grabräuber auseinander. Ziel war es, den Schülern die Bedeutung des archäologischen Erbes und dessen Schutz in einem einmaligen Gebiet wie der archäologischen Fundstätte Bisenzio näher zu bringen.

Wie Wissenschaftler andernorts versuchen, den Schutz und Erhalt von Weltkulturerbe zu garantieren, lesen Sie beispielsweise in unserem Artikel fishing for information.