Fishing for information

In Venedigs Lagune untersucht ein Roboterschwarm im Rahmen des Projekts „subCULTron“ die biologischen und hydrodynamischen Aspekte der Lagune und deren Veränderungen. Mit dem Ziel, herauszufinden, wie und wo die Schadstoffe aus Tourismus, Schiffsverkehr und Industrie das Wasser der Lagune belasten – auch zum Wohl der stark gefährdeten Palazzi.

 

Die Forscher des internationalen Projekts – neben Grazer Wissenschaftlern sind auch Kollegen aus Deutschland, Kroatien, Frankreich, Belgien und Italien beteiligt – arbeiten mit drei Robotertypen: aMussels auf dem Lagunengrund und fischähnliche aFish sammeln mit Kameras und Sensoren Bilder und Umweltdaten zu Temperatur, Schmutzpartikeln und Schadstoffen, die sie an aPad Roboter übertragen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen und die Daten zur Auswertung an die Forscher schicken.

Roboterfische sammeln wertvolle Daten

„Unser Beitrag zum Schutz von Venedig und seiner architektonischen Denkmäler besteht in erster Linie aus der Bereitstellung von Daten, die eine gefährliche Veränderung früh erkennbar macht. Diese Daten werden es erlauben, effizienter in der Diskussion zum Schutz von Venedig und seiner Architektur aufzutreten, z. B. in der Diskussion über die mögliche Schädlichkeit von Kreuzfahrtschiffen, und ob sie Schäden an Gebäuden und Umwelt anrichten“, erklärt Dr. Ronald Thenius, wissenschaftlicher Leiter des Projekts „subCULTron“. „Wir hoffen außerdem“, so Thenius weiter, „dass unsere Roboter Aufnahmen in den Kanälen machen können. Insbesondere von den „Stelzen“, auf denen viele der Gebäude stehen. Sollte uns das gelingen, würde es für die Zukunft eine Möglichkeit eröffnen, Architektur speziell zu untersuchen und Schäden früh zu erkennen.“

Das mit rund vier Millionen Euro dotierte EU-Projekt ist bis 2019 angesetzt, bis dahin werden rund 120 Roboterfische in Venedigs Lagune im Einsatz sein.