20.08.2025

Branchen-News

Documenta 16: Naomi Beckwith stellt Team vor

Das Künstlerische Team der documenta 16: Romi Crawford, Mayra A. Rodríguez Castro, Xiaoyu Weng, Carla Acevedo-Yates und Naomi Beckwith (v.l.n.r.), Kassel 2025. Foto: Nicolas Wefers © documenta und Museum Fridericianum gGmbH
Das Künstlerische Team der documenta 16: Romi Crawford, Mayra A. Rodríguez Castro, Xiaoyu Weng, Carla Acevedo-Yates und Naomi Beckwith (v.l.n.r.), Kassel 2025. Foto: Nicolas Wefers © documenta und Museum Fridericianum gGmbH

Kunst, Dialog, Vielfalt – die documenta 16 verspricht neue Perspektiven, spannende Begegnungen und eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen.

Im Dezember 2024 wurde Naomi Beckwith von der internationalen Findungskommission zur Künstlerischen Leiterin der documenta 16 ernannt. Nun stellt Beckwith ihr Kernteam vor, das sie bei der Gestaltung der Ausstellung, der Publikationen und des begleitenden Programms unterstützen wird. Das rein weibliche Ensemble besteht aus Carla Acevedo-Yates, Romi Crawford, Mayra A. Rodríguez Castro und Xiaoyu Weng – allesamt renommierte Expertinnen auf ihren jeweiligen Feldern.
Naomi Beckwith äußerte sich begeistert: „Ich bin dankbar, gemeinsam mit diesem Team die documenta 16 zu gestalten. Ich bewundere die Unabhängigkeit in Geist und Denken, die bei allen durch Hochachtung gegenüber Künstler*innen und Publikum gleichermaßen geprägt ist. Wir freuen uns darauf, gemeinsam die vielfältigen Felder aktueller künstlerischer Praktiken zu erkunden und in einen Dialog mit den drängenden Fragen zu treten, die die gesellschaftlichen und kulturellen Landschaften unseres Planeten und ihre Zukünfte prägen.”
Die documenta 16 findet vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel statt.


Ein Team mit vielfältigen Perspektiven

Jedes Mitglied des Kernteams bringt einzigartige Perspektiven und Erfahrungen mit, die die documenta 16 bereichern sollen.

Carla Acevedo-Yates ist Kuratorin und Wissenschaftlerin. Mit einer transkulturellen Perspektive erforscht sie zeitgenössische Kunst aus dem gesamten amerikanischen Raum, mit Schwerpunkten auf der Karibik, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten. Frühere Stationen waren unter anderem das Michigan State University Broad Art Museum in East Lansing und das Museum of Contemporary Art Chicago. Ihre Arbeit beschäftigt sich intensiv mit Diaspora als Ort kultureller Produktion, der gesellschaftliches und politisches Leben neu gestaltet.

Romi Crawford ist Pädagogin, Autorin und Professorin für Visual and Critical Studies an der School of the Art Institute of Chicago. Sie untersucht die Entstehung von Wissen im Prozess des künstlerischen Arbeitens und legt besonderen Wert auf kollaborative, regenerative und lebendige Kunstgeschichtsschreibung. Crawford erforscht historische Beispiele kollektiven Kunstschaffens und entwickelt diese Praxis in experimentellen Formaten weiter. Mit der Gründung der Black Arts Movement School Modality und der New Art School Modality hat sie frei zugängliche Plattformen für Kunstvermittlung geschaffen, die auf einem neu formulierten Werteverständnis basieren.

Mayra A. Rodríguez Castro ist Schriftstellerin und Herausgeberin zahlreicher Publikationen. Ihre Werke, darunter Sammelbände von Audre Lorde und Joy James, widmen sich verborgenen Einschreibungen in Archiven, Versen, Liedern und Landschaften. Mit jeder ihrer Veröffentlichungen ehrt sie das Vermächtnis von Dichterinnen, Wortschöpferinnen und Philosoph*innen, die oft im Verborgenen wirken.

Xiaoyu Weng ist Kuratorin und Autorin, deren Arbeit sich eng mit Künstlerinnen und Kulturakteurinnen entfaltet. Sie entwickelt hybride und synkretistische Rahmenkonzepte, die verschiedene Disziplinen und kulturelle Kontexte verbinden. Weng war unter anderem am Solomon R. Guggenheim Museum in New York, der Art Gallery of Ontario in Toronto sowie der Kadist Art Foundation in San Francisco und Paris tätig.


Vorfreude auf die documenta 16

Mit diesem erfahrenen und international aufgestellten Team verspricht die documenta 16 ein spannendes, vielschichtiges Programm, das aktuelle künstlerische Praktiken in den Mittelpunkt rückt. Die Kuratorinnen wollen Themen der Gegenwart reflektieren und die Besucher:innen zu einem aktiven Dialog über gesellschaftliche und kulturelle Fragen einladen. Die Kombination aus akademischer Expertise, künstlerischer Praxis und innovativer Vermittlungsarbeit macht das Kernteam zu einem starken Fundament für die kommende Ausstellung.


Lehren aus der letzten Documenta

Ein Blick zurück auf die vorherige Documenta zeigt, dass die documenta 16 auch unter einem gewissen Erwartungsdruck steht. Die letzte Ausstellung war von einem großen Skandal geprägt, der die Welt der Kunst erschütterte. Antisemitische Darstellungen in einigen Werken führten zu einer intensiven öffentlichen Debatte und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Verantwortung von Kurator:innen. Die Erfahrungen dieser vergangenen Ausgabe haben die Organisatorinnen offenbar gelehrt, wie wichtig Sorgfalt, Transparenz und interkulturelle Sensibilität sind – Werte, die Naomi Beckwith und ihr Team nun besonders betonen.
Mit dem Blick nach vorn und einem hochkarätigen Kuratorinnenensemble ist die documenta 16 somit nicht nur ein Höhepunkt im Kalender der zeitgenössischen Kunst, sondern auch eine Gelegenheit, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und neue Wege zu gehen.

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