17.06.2022

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Die documenta fifteen und die Restaurierung

von Alexandra Wach
ছায়ািছব (Chayachobi)
ছায়ািছব (Chayachobi)

Die documenta in Kassel ist die weltweit bedeutendste Reihe von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Sie findet alle fünf Jahre statt, dauert jeweils 100 Tage und startet morgen, am 18. Juni. Doch bevor die Kunst ihren Auftritt bekommt, sorgt ein Team von Restauratoren und Restauratorinnen im Vorfeld für einen reibungslosen Ablauf der documenta fifteen – darunter auch Marlies Peller, Restauratorin für moderne und zeitgenössische Kunst, die bereits zum zweiten Mal dabei ist

documenta fifiteen: Britto Arts Trust, ছায়ািছব (Chayachobi), 2022, Installationsansicht, Documenta Halle, Kassel, 12. Juni 2022, Foto: Nicolas Wefers

Was bringt die documenta fifteen?

Die doocumenta fifteen verspricht eine besondere Ausgabe zu werden. Das kuratierende Kollektiv Ruangrupa setzt nicht auf große Namen, sondern eher wenig bekannte Kollektive, die dazu eingeladen wurden, weitere Künstler und Künstlerinnen ins Boot zu holen. Es soll schwimmende Gärten und Brücken aus recyceltem Material geben. Eine besondere Herausforderung für das Restaurierungsteam? „Zum aktuellen Zeitpunkt besteht das Team aus drei „festen“ Restauratoren und Restauratorinnen und einer weiteren Restauratorin, die zeitweise unterstützend mitarbeitet“ weiß Marlies Peller, Leiterin der „Koordination Restaurierung“ im Team der documenta, zu berichten. „Interessant ist aber auch, dass es, wie ich festgestellt habe, auch weitere Restauratoren und Restauratorinnen im Arthandling Team gibt.“

Marlies Peller leitet die „Koordination Restaurierung“ im Team der Documenta Fifteen

Peller arbeitet zum zweiten Mal auf der documenta. Zu den Künstlern und Künstlerinnen, deren Werke sie schon restauriert hat, gehören Rebecca Horn, Birgit Jürgenssen, Heinz Mack, Claes Oldenburg oder Nam June Paik. Sie hat Konservierung-Restaurierung an der Akademie der bildenden Künste Wien studiert und am ZKM in Karlsruhe oder am MuMoK Wien gearbeitet. Anlass und Motivation für die Mitarbeit an der documenta ist für sie neben der spannenden Aufgabe mit vielen Künstlern und Künstlerinnen zu interagieren der Teamgeist, gemeinsam diese große Ausstellung zu realisieren.

„Die Zusammenarbeit mit Kollektiven auf unterschiedlichen Ebenen bringt Dynamiken mit sich“

„Ich habe nur eine documenta vor 10 Jahren als Vergleich. Sie war ganz anders strukturiert und stand unter einem anderen kuratorischen Leitmotiv“, erinnert sich Peller. „Die Zusammenarbeit mit Kollektiven auf unterschiedlichen Ebenen, sowohl als kuratorisches Team als auch innerhalb der künstlerischen Positionen und deren Entscheidungsprozesse bringt diesmal andere Dynamiken mit sich. Es ist durchaus eine besondere Herausforderung diesen fluiden Prozessen speziell in der konservatorischen Praxis zu begegnen. Gleichzeitig bringt diese Dynamik ohne klassischen Leihverkehr auch eine Befreiung von manch rigiden musealen Prozessen mit sich. Es bleibt jedoch eine Gradwanderung, diese in die konservatorische Praxis zu integrieren.“

Lesen Sie weiter in der RESTAURO 5/2022, die Mitte Juli 2022 erscheint.

 

 

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