29.05.2019

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Der Wert des gemeinsamen Erbes

1739). Foto: Wikimedia Commons / Uoaei1
1739). Foto: Wikimedia Commons / Uoaei1

Anfang Juni findet im Stift Göttweig in Krems eine Konferenz der Donau-Universität Krems statt: Sie widmet sich der nachhaltigen Erneuerung von historischen Bauwerken, Arealen und Ortschaften – und zwar grenzüberschreitend

Das Benediktinerkloster Stift Göttweig bei Krems in Niederösterreich bietet auf einem imposanten Hügel gelegen und umgeben von dichtem Wald eine grandiose Silhouette. Die Gebäude entwarf der bedeutende Barockbaumeister Johann Lucas von Hildebrandt und im Inneren des Klosters befinden sich kostbare Kunstschätze.

Seit dem Jahr 2000 zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier findet am 3. und 4. Juni 2019 eine Konferenz im Rahmen des Projekts COL „Zentrum für Erneuerung des gemeinsamen Kulturerbes“ der Donau-Universität Krems unter der Leitung von Christian Hanus, Dekan der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur, statt. Das Projekt befasst sich mit der nachhaltigen Erneuerung von historischen Bauwerken, Arealen und Ortschaften und entwickelt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Erneuerung, sowie bei Bewerbung des gemeinsamen Kulturerbes. Das macht Sinn, denn geographisch und kulturell sind die Republiken Österreich und Tschechien eng miteinander verknüpft.

Thema der Konferenz ist der „Wert des gemeinsamen Erbes“. Im ersten Teil der Konferenz geht es schwerpunktmäßig um Klöster als Stätten von Religion und Kultur. Wie kann das kirchliche Kulturerbe als wirtschaftlicher Motor für die Regionen funktionieren? Wie gestalten (und gestalteten) sich die Vorsorge-, Versorgungs- und Versicherungsaktivitäten der Klöster? Renommierte Denkmalpfleger Österreichs sowie der Czechischen Republik geben dazu Auskunft. Im weiteren Verlauf geht es dann um Klöster und ihre ökonomischen Strukturen. Hier kann insbesondere am Beispiel von Stift Göttweig die „Wirtschaftliche Berg- und Talfahrt“ eines Klosters beispielhaft demonstriert werden.

Überraschend ist vor allem die Erkenntnis, dass der Kloster-Tourismus sehr viel älter ist, als gemeinhin gedacht. Außerdem werden die „Betrieblichen Strukturen historischer Militäranlagen“ Kirchenbesitz und das Thema „Kirchengründung als traditionelles Mittel zur Erhaltung des sakralen Erbes“ untersucht. Moderiert von Architekturprofessor Christian Hanus von der Donau-Universität Krems geht es in der Abschlussdiskussion um den übergeordneten Fragenkomplex „Wert des kulturellen Erbes.“ Für Hanus erfordert auch der Erhalt des baukulturellen Erbes die Entwicklung innovativer Lösungsansätze: „Im Zentrum unserer Forschungs­tätigkeit steht die Entwicklung neuer Paradigmen im gesamten Bereich der Baukultur. Dabei orientieren wir uns weniger an vorgege­benen Lösungen als an situationsbeding­ten Zielen.“Das Projektziel ist die Errichtung des Zentrums für Erneuerung des gemeinsamen Kulturerbes (COL), das sich in Zukunft mit der nachhaltigen Erneuerung von historischen Bauwerken, Arealen und Ortschaften systematisch befassen wird und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Erneuerung und Bewerbung des gemeinsamen Kulturerbes entwickeln wird. Die Konferenz findet auf tschechisch und deutsch mit Simultanübersetzung statt.

Mit Fragen der Ökonomie und der Nutzung des kulturellen Erbes setzt sich speziell Christian Hanus, Dekan der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur an der Donau-Universität Krems auseinander. Sein Department für Bauen und Umwelt liefert starke Argumente für den Erhalt historischer Bauten. Ein Porträt des gebürtigen Schweizers von Ute Strimmer erschien in unserer Österreich-Ausgabe .

 

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