Der Pelikan ist ein Motiv, welches sich häufiger der Kunst finden lässt. Mit seinem markanten Schnabel und seiner eleganten Körperform taucht er immer wieder in Gemälden, Skulpturen und Illustrationen auf. In diesem Artikel beleuchten wir die Darstellung des Pelikans in der Kunst und seine symbolische Bedeutung in verschiedenen Kulturen und Epochen.
Der Pelikan ist nicht nur durch seine auffällige Erscheinung ein beliebtes Motiv, sondern auch aufgrund seiner symbolischen Bedeutung. In vielen Kulturen gilt der Pelikan als Sinnbild für Fürsorge, Selbstaufopferung und Fruchtbarkeit. Die Art und Weise, wie er seine Jungen ernährt, indem er ihn Futter aus seinem Kehlsack gibt, führte zur Annahme, dass er sie mit seinem Blut versorge. Besonders in der christlichen Ikonographie steht der Pelikan daher für Nächstenliebe: Im Mittelalter glaubte man, dass er seine Jungen auf diese beschriebene Weise ernährt. Dafür sollte er sich laut der Glaubensvorstellung, die Brust aufreißen und seine Junge mit dem Blut nähren, und zwar bis er selbst starb. Dies machte ihn zu einem Symbol für Opferbereitschaft, Hingabe und der selbstaufopfernden Liebe. Diese Eigenschaften machten ihn schon früh zu einem gefragten Motiv in der bildenden Kunst. Die Vielseitigkeit des Pelikans – mal naturalistisch, mal symbolisch – erlaubt es Künstlern, ihn sowohl dekorativ als auch erzählerisch einzusetzen. So entsteht ein Motiv, das sowohl ästhetisch ansprechend als auch inhaltlich tiefgründig ist.
Der Pelikan in der mittelalterlichen und religiösen Kunst
Wie bereits erwähnt, lässt sich der Pelikan häufig in der christlichen Kunst des Mittelalters finden. Manuskripte, Kirchenfenster und Altäre zeigen ihn oft in Verbindung mit der Darstellung Christi oder als Allegorie für „caritas“ – also der Nächstenliebe. In der Buchmalerei ist der Pelikan häufig zu sehen, wie er seine Jungen füttert – ein Bild für das Opfertum Christi. Er kann aber auch symbolisch für die Passion Christi oder Jesus selbst stehen. In der „Kreuzigung Christi“ von Fra Angelico, ist der Pelikan mit seinen Jungen direkt über dem gekreuzigten Christus dargestellt. Ein Beispiel für die Darstellung des Pelikans in der Buchmalerei, ist das Gebetsbuch Karls des Kühnen, das im15. Jahrhundert entstand. Die feinen Details des Vogels, seine Haltung und die Darstellung des Brutpflegeverhaltens symbolisieren Hingabe und Verantwortung – zentrale Werte der damaligen Zeit.
Renaissance und Barock: Der Pelikan wird lebendig
In der Renaissance verschiebt sich die künstlerische Darstellung hin zu einem stärker naturalistischen Ansatz. Der Pelikan erscheint in Gemälden und Skulpturen, die Wert auf genaue Beobachtung der Natur legen. In dieser Epoche wird der Pelikan nicht nur als Symbol, sondern auch als ästhetisches Motiv genutzt. Die geschwungene Schnabel-Form, die elegante Körperhaltung und das eindrucksvolle Gefieder machten ihn zu einem beliebten Sujet für Fresken, Porträts und dekorative Arbeiten in Adelspalästen.
Auch in der dekorativen Malerei des Barocks und des Rokokos ist der Pelikan häufig anzutreffen. Häufig finden sich diese Wandmalerei in Schlössern. Zudem werden Pelikan neben anderen heimischen und nicht-heimischen Vögel dargestellt. Des Weiteren ist er ein beliebtes Motiv auf Wandteppichen und auf Gemälden. Der niederländische Künstler Melchior d’Hondecoeter ist beispielsweise bekannt für seine Gemälde, die den Vogel gemeinsam mit anderen Vögeln zeigt. Seine Modelle fand er zumeist in den höfischen Menagerien.
