Weitere Legenden berichten unter anderem von einem sogenannten Kornwunder. Der Hl. Nikolaus ließ eine Hungersnot enden, indem er auf wundersame Weise Korn vermehrte. Die Menschen der Stadt Myra litten aufgrund einer Dürre Hunger. Als ein Schiff, vollbeladen mit Getreide vor der Stadt ankerte, überredete Nikolaus die Seeleute ihm einige Scheffel des Getreides für die Stadtbevölkerung abzugeben. Die Schiffsmannschaft weigerte sich zunächst, da sie Sorge hatten vom Kaiser bestraft zu werden, da dieser auf jedes Gramm Korn bestand. Nikolaus versprach ihnen daraufhin, dass nichts fehlen werde, wenn sie ihm etwas abgeben würden. Daraufhin erklärten sich die Seeleute einverstanden und gaben den Menschen in Myra etwas ab. Diese konnten zwei Jahre von dem wenigen Getreide leben und sogar etwas für die Aussaat nutzen. Auch das Versprechen, das Nikolaus den Seeleuten gegeben hatte, bewahrheitete sich. Als sie das Getreide beim Kaiser auslieferten, stimmte die Menge aufs Gramm genau.
Eine weitere Legende begründet sein Patronat der Seefahrt. Die Mannschaft eines Schiffes geriet in Seenot. Nikolaus erschien daraufhin den Seeleuten und sprach ihnen Mut zu. Er half zudem auch dabei das Schiff aus seiner Notlage zu befreien. Die Seeleute betraten später die Kirche von Myra und erkannten dort den Bischof Nikolaus als ihren Retter wieder. Neben den Seeleuten gilt der Hl. Nikolaus auch den Binnenschiffern, Kaufmännern, Juristen, Apothekern, Metzgern, Bäckern, Schülern, Studenten, Reisenden, Pilgern, Liebenden, Gebärenden, Alten, Dieben, Gefängniswärtern, Prostituierten und Kindern als Schutzpatron. Aber auch für Völker wie Kroaten, Serben und Russen sowie Regionen wie Lothringen oder Städte wie Bari ist er ein Schutzpatron. Zudem geht auf ihn das Patrozinium vieler Kirchen zurück. Auf seine Eigenschaft als Schutzpatron der Kinder geht zum Teil auch das heutige Brauchtum rund um den Nikolaustag zurück.