06.12.2025

Kunststück

Der Hl. Nikolaus

Der Hl. Nikolaus ist einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen, hier in einem Gemälde von Francesco Guardi. Foto: The Yorck Project, Gemeinfrei, via: Wikimedia Commons
Der Hl. Nikolaus ist einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen, hier in einem Gemälde von Francesco Guardi. Foto: The Yorck Project, Gemeinfrei, via: Wikimedia Commons

Am heutigen 6. Dezember begehen Christen auf der ganzen Welt den Nikolaustag. Sein Ruf als großzügiger Helfer machte ihn schon früh zu einem der populärsten Heiligen der Christenheit. Bis heute prägt er Bräuche, Kunstwerke und das Staunen der Kinder.

 

Der 6. Dezember weckt Erinnerungen an glänzende Stiefel, geheimnisvolle Gaben und die wohlige Spannung eines frühen Wintermorgens. Doch hinter all den Ritualen verbirgt sich eine historische Persönlichkeit, deren Bedeutung über Folklore und Kindergeschichten hinausreicht. Der Hl. Nikolaus gilt als einer der populärsten Heiligen der Christenheit – und seine Legende inspiriert bis heute Generationen weltweit. Während sich viele Bräuche im Lauf der Zeit gewandelt haben, bleibt sein Kerngedanke erstaunlich konstant: Nächstenliebe, Schutz und Hilfsbereitschaft.
Der historische Nikolaus war Bischof der Stadt Myra, dem heutigen Demre, in Lykien. Seine Eltern vermachten ihm ihr Vermögen, das er fortan an Arme verteilte. Besonders bekannt ist folgende Legende: Nikolaus soll eines Nachts durch das Fenster eines armen Mannes drei Goldklumpen geworfen haben. Der arme Mann verwendete das Geld, um den Verkauf seiner Töchter aus materieller Not zu verhindern. Daher kommt auch heute noch der Hl. Nikolaus in die Wohnungen und Häuser und hinterlässt Gaben. Diese Legende hatte auch Einfluss darauf, wie der Heilige ikonografisch dargestellt wird. Viele Kunstwerke zeigen ihn als Bischof mit vergoldeten Äpfeln, Goldkugeln oder Goldklumpen sowie in Bischofstracht mit Bischofsstab. In der Heraldik ist er auch ein beliebtes Motiv, so zeigt beispielsweise das Wappen des Landkreises Cuxhaven den Heiligen in seinem Bischofsgewand mit Bischofsstab. Andere Wappen, wie beispielswiese das der Gemeinde Reinach in der Schweiz, zeigen lediglich die beiden Attributen Bischofsstab und die drei Goldkugeln.


Beliebter Heiliger

Weitere Legenden berichten unter anderem von einem sogenannten Kornwunder. Der Hl. Nikolaus ließ eine Hungersnot enden, indem er auf wundersame Weise Korn vermehrte. Die Menschen der Stadt Myra litten aufgrund einer Dürre Hunger. Als ein Schiff, vollbeladen mit Getreide vor der Stadt ankerte, überredete Nikolaus die Seeleute ihm einige Scheffel des Getreides für die Stadtbevölkerung abzugeben. Die Schiffsmannschaft weigerte sich zunächst, da sie Sorge hatten vom Kaiser bestraft zu werden, da dieser auf jedes Gramm Korn bestand. Nikolaus versprach ihnen daraufhin, dass nichts fehlen werde, wenn sie ihm etwas abgeben würden. Daraufhin erklärten sich die Seeleute einverstanden und gaben den Menschen in Myra etwas ab. Diese konnten zwei Jahre von dem wenigen Getreide leben und sogar etwas für die Aussaat nutzen. Auch das Versprechen, das Nikolaus den Seeleuten gegeben hatte, bewahrheitete sich. Als sie das Getreide beim Kaiser auslieferten, stimmte die Menge aufs Gramm genau.
Eine weitere Legende begründet sein Patronat der Seefahrt. Die Mannschaft eines Schiffes geriet in Seenot. Nikolaus erschien daraufhin den Seeleuten und sprach ihnen Mut zu. Er half zudem auch dabei das Schiff aus seiner Notlage zu befreien. Die Seeleute betraten später die Kirche von Myra und erkannten dort den Bischof Nikolaus als ihren Retter wieder. Neben den Seeleuten gilt der Hl. Nikolaus auch den Binnenschiffern, Kaufmännern, Juristen, Apothekern, Metzgern, Bäckern, Schülern, Studenten, Reisenden, Pilgern, Liebenden, Gebärenden, Alten, Dieben, Gefängniswärtern, Prostituierten und Kindern als Schutzpatron. Aber auch für Völker wie Kroaten, Serben und Russen sowie Regionen wie Lothringen oder Städte wie Bari ist er ein Schutzpatron. Zudem geht auf ihn das Patrozinium vieler Kirchen zurück. Auf seine Eigenschaft als Schutzpatron der Kinder geht zum Teil auch das heutige Brauchtum rund um den Nikolaustag zurück.


Wie sich der Nikolaus-Brauch entwickelte

Der Nikolaustag, wie wir ihn heute kennen, hat eine lange Reise hinter sich. Frühmittelalterliche Klöster begannen damit, am Todestag des Heiligen besondere Andachten abzuhalten. Schon bald verbreiteten sich Rituale, bei denen Kinder kleine Geschenke erhielten – als Erinnerung an die Mildtätigkeit des Hl. Nikolaus. In vielen Regionen Europas trat der Heilige im Laufe der Geschichte sogar als strenger, aber gerechter Ermahner auf, der an Tugend, Fleiß und Gemeinsinn erinnerte. Erst später entstanden Figuren wie der Knecht Ruprecht oder der Krampus, die in der Folklore je nach Region als Begleiter oder Gegenspieler auftreten. Trotz dieser regionalen Unterschiede blieb der Kern erhalten: Der Nikolaustag soll Freude schenken und daran erinnern, aufeinander zu achten.

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