24.05.2022

Kulturerbe Museum

Dantestadion in München unter Denkmalschutz

von Anna Arndt
Das Dantestadion in München steht jetzt unter Denkmalschutz. Foto: Wikimedia Commons / Kuemmjen

Das Dantestadion in München steht jetzt unter Denkmalschutz. Foto: Wikimedia Commons / Kuemmjen

Das „städtische Stadion an der Dantestraße“, kurz Dantestadion, im Stadtviertel Gern in München steht seit kurzem unter Denkmalschutz

Das „städtische Stadion an der Dantestraße“, kurz Dantestadion, im Stadtviertel Gern in München steht seit kurzem unter Denkmalschutz. Foto: Wikimedia Commons / Kuemmjen
Straßenseitig trägt das Dantestadion eine Aufschrift, die seit der Entstehung des Bauwerks bis heute aktuell bleibt: Das Dantestadion dient vor allem „Der Münchner Jugend“. Foto: Wikimedia Commons / Kuemmjen
Das Dantestadion in München steht jetzt unter Denkmalschutz. Foto: Wikimedia Commons / Kuemmjen
Blick vom Dantestadion auf die durchbrochene Gegengerade und den Olympiaturm. Foto: Wikimedia Commons / Kuemmjen

Das Dantestadion ist das viertgrößte Stadion in München

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und die Stadt München haben entschieden, dass die langfristige Zukunft des Dantestadions durch Denkmalschutz gesichert werden soll. Nach einer Sanierung und Modernisierung soll das Stadion jetzt weiterhin für Sportveranstaltungen zur Verfügung stehen.

Das städtische Stadion an der Dantestraße im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg ist heute neben der Allianz Arena, dem Olympiastadion und dem Stadion an der Grünwalder Straße das viertgrößte Stadion in München. Mittlerweile ist es fast 100 Jahre alt. Erste Planungen begannen bereits im Jahr 1914, basierend auf den Entwürfen der Architekten Fritz Beblo und Karl Meitinger.

Ursprüngliches Fassungsvermögen: 32.000 Zuschauer

Ursprünglich sollte das Bauwerk „Bezirksstadion am Dantebad“ heißen – der Name wurde abgeleitet von der unmittelbaren Nähe zu dem Bad – und es sollte genauso groß werden wie ähnliche Stadien in Köln oder Frankfurt am Main. Diesbezüglich gab es aber Unstimmigkeiten mit dem Stadtrat, der eher an mehreren, kleineren Stadien interessiert war als an einem einzelnen, großen. Letztendlich wurde sich auf ein Fassungsvermögen von 32.000 Zuschauern geeinigt.

Bis 1953 wurde das Dantestadion für Baseballspiele genutzt

Im Nationalsozialismus diente das Stadion vor allem Aufmärschen der Hitlerjugend. Währenddessen fanden aber weiterhin Sportveranstaltungen statt, unter anderem nutzten Spieler des FC Bayern den Ort als Trainingsplatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Stadion bis 1953 von der US-Army für Baseballspiele genutzt, bis es ab 1954 wieder unter städtischer Leitung stand und für Sportveranstaltungen und Fußballspiele genutzt wurde. Bis 2019 ging das Fassungsvermögen des Stadions auf nur noch 12.000 Plätzen zurück.

Sanierung von 2019 bis 2021

Im Zeitraum von 2019 bis 2021 wurde das Stadion saniert, die Tribüne wurde modernisiert und die Kapazität wurde weiter auf rund 5000 Zuschauer reduziert. Das Gelände verfügt über eine Kunststoffbahn, eine elektronische Anzeigetafel, eine Turnhalle, Waschräume und die Besonderheit des Stadions: die trapezförmige – und somit einmalige Tribüne. Diese ist mitsamt ihrer Überdachung eine der nun denkmalgeschützten Bauten, gemeinsam mit dem Eingangsbauwerk und einer Toranlage mit fünf Durchgängen und seitlich niedrigeren Flügeln. Der Denkmalschutz soll dem Bauwerk vor allem eine langfristige Zukunft garantieren und bei seiner Erhaltung und Pflege helfen.

Das erste Frauenfußball-Länderspiel  zwischen Deutschland und den Niederlanden fand im Dantestadion statt

Zudem hat das Stadion eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung: Am 16. März 1957 fand ein erstes Frauenfußball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden statt, nachdem der DFB 1955 den Frauenfußball verboten hatte. Heute ist das Dantestadion die Heimat der Münchner American Football Mannschaften „Cowboys“ und „Rangers“ und bietet zudem Platz für Leichtathletik, Jugendfußball-Turniere und Sportfeste von Schulen. Eigentümer ist die Stadt München. Straßenseitig trägt es eine Aufschrift, die seit der Entstehung des Bauwerks bis heute aktuell bleibt: Das Dantestadion dient vor allem „Der Münchner Jugend“.

Das Stadion befindet sich in der Dantestraße 14 und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die U-Bahn-Linie U1 halten an der Haltestelle „Westfriedhof“, wenige Gehminuten vom Stadion entfernt.

Lesetipp: 2019 widmete sich die internationale ICOMOS-Tagung in München dem Erbe der Olympischen Spiele der Neuzeit: Historische Sportstätten zwischen Konservierung und Konversion. Lesen Sie mehr hier.

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