26.11.2025

Kunststück

Artemis – Göttin der Jagd

Eine der bekanntesten Darstellung der Artemis befindet sich heute im Louvre. Foto: Louvre MuseumUploaded by Marcus Cyron, CC BY-SA 2.0, via: Wikimedia Commons
Eine der bekanntesten Darstellung der Artemis befindet sich heute im Louvre. Foto: Louvre MuseumUploaded by Marcus Cyron, CC BY-SA 2.0, via: Wikimedia Commons

Artemis ist im antiken Griechenland die Göttin der Jagd, des Mondes und Waldes zudem gilt sie als Beschützerin der Frauen und Kinder. Gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Apollon gehört sie zu den zwölf olympischen Gottheiten. Ihre Entsprechung in der römischen Mythologie ist Diana.

Artemis ist die Tochter von Zeus und Leto, Zwillingsschwester des Apollon. Ihre Geburt gilt als eines der eindrucksvollsten Ereignisse in der Mythologie: Verfolgt von der eifersüchtigen Hera, fand Leto Zuflucht auf der schwimmenden Insel Delos, wo Artemis zuerst geboren wurde – und kurz darauf half, ihren Bruder Apollon zur Welt zu bringen. Aus diesem Grund wurde sie von Frauen auch für eine leichte Geburt angerufen.
Sie gilt als jungfräuliche Göttin, die mit ihrem ebenfalls weiblichen Gefolge jagend durch die Wälder zieht. Als Attribute trägt sie in der Regel Pfeil und Bogen bei sich und wird zudem oft von Hunden oder Hirschen begleitet. Artemis kann jedoch eine rächende Göttin sein: Wer sie verletzt oder ihre Grenzen missachtet, zahlt einen hohen Preis. In den Mythen zeigt sie eine Seite, die ebenso streng wie gerecht ist.


Mythen der Artemis

Aktaion:
Der bekannteste Mythos ist der des Aktaion. Der Jäger Aktaion erblickt Artemis zufällig, während sie nackt in einer Quelle badet. Für diese Entweihung verwandelt sie ihn in einen Hirsch – woraufhin seine eigenen Hunde ihn zerreißen.

Niobe:
Die Königin Niobe verspottete Leto, weil sie mehr Kinder als diese hatte. Die Titanin Leto wandte sich darauf hin an ihre Kinder, die zur Strafe alle sieben Söhne und alle sieben Töchter der Niobe töteten. Dieser Mythos wird häufig in der Kunst, u. a. in der griechischen Vasenmalerei dargestellt.

Orion:
Orion, der riesenhafte Jäger, war einer von Artemis‘ engsten Gefährten. Apollon, ihr Bruder, ist eifersüchtig auf die enge Beziehung zwischen Artemis und Orion. Mit einer List täuscht er sie: Er fordert sie heraus, auf einen Punkt im Meer zu zielen, der sich als Orion entpuppt. Artemis trifft – und tötet ihn. In Trauer versetzt sie ihn als Sternbild an den Himmel. 

Kallisto:
Eine ihrer Nymphen, oft als die Lieblingsbegleiterin der Artemis beschrieben, Kallisto, bricht das Gelübde der Keuschheit, nachdem Zeus sie verführt. Artemis verwandelt sie daraufhin in eine Bärin. Später wird sie von Zeus in den Himmel erhoben – als das Sternbild der Großen Bärin.


Kultorte und Verehrung

Artemis wurde in ganz Griechenland verehrt, doch ihre Kulte spiegelten unterschiedliche Facetten ihrer Persönlichkeit wider – als wilde Jägerin, als Beschützerin der Frauen und Kinder, oder als mächtige Göttin des Mondes.

Ephesos:
Ihr bedeutendster Kultort war das Artemision von Ephesos, eines der sieben Weltwunder der Antike. Die Statue der Artemis von Ephesos zeigte sie mit zahlreichen Brüsten oder Eiern – ein Symbol universaler Fruchtbarkeit. Hier vereinte sich die griechische Göttin mit anatolischen Muttergottheiten zu einer mächtigen, kosmischen Figur.

Delos:
Auf ihrer Geburtsinsel Delos wurde sie als Zwillingsschwester Apollons gefeiert. Jährliche Feste, die „Delia“, ehrten ihre Geburt und verbanden Jagd, Tanz und Gesang – ein Gleichgewicht von Wildheit und Kunst.

Brauron:
In Attika wurde Artemis Brauronia als Beschützerin junger Mädchen verehrt. Hier trugen Mädchen vor der Pubertät Tiermasken und spielten „Bärinnen“, um den Übergang ins Erwachsenenleben rituell zu begehen – ein Symbol weiblicher Reifung unter göttlichem Schutz.


Artemis in der Kunst

In der Kunst ist die Göttin leicht zu erkennen: jung, schlank, mit kurzem Chiton, Pfeil und Bogen, oft begleitet von Hirschen oder Jagdhunden. Ihr Antlitz bleibt ruhig, fast kühl – Sinnbild ihrer Unabhängigkeit und inneren Stärke.

Berühmte Darstellungen sind etwa:

  • Die „Artemis von Versailles“ (1. Jh. v. Chr., Louvre, Paris): eine römische Kopie eines griechischen Originals, die sie in Bewegung zeigt, begleitet von einem Hirsch.
  • Die „Artemis von Ephesos“ (2. Jh. v. Chr.): zeigt sie als vielbrüstige Göttin der Fruchtbarkeit – eine einzigartige Verbindung aus Jagd- und Muttergöttin.
  • Niobiden-Gruppe (Rom, Villa Albani): ein klassisches Skulpturenensemble, das Artemis beim Zorn gegen Niobes Kinder zeigt.
  • In der Malerei erscheint sie später als Diana, ihre römische Entsprechung – etwa in Tizians „Diana und Aktaion“ (1556), wo Sinnlichkeit und Strenge dramatisch verschmelzen.
Das der Artemis geweihte Heiligtum in Ephesus gilt als eines der sieben Weltwunder und beherbergte diese Darstellung der Göttin. Foto: ob Stoeltje from loenen, CC BY 2.0, via: Wikimedia Commons

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