53. Deutscher Historikertag

Vom 5. bis 8. Oktober 2021 findet an der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU) der 53. Deutsche Historikertag unter dem Motto „Deutungskämpfe“ statt

Der Kongress des 53. Deutschen Historikertags wird in diesem Jahr überwiegend digital stattfinden. Etwa 450 Referent:innen aus dem In- und Ausland werden sich in rund 100 Fachsektionen zu aktuellen Forschungsthemen austauschen. Partnerland des diesjährigen Historikertags ist Israel. Festredner:innen der Eröffnungsfeier, die am 4. Oktober 2021 stattfindet, sind Milena Žic-Fuchs (European Research Council) und Peter Strohschneider (ehemaliger DFG-Präsident). Die Schirmherrschaft übernimmt Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaats Bayern.

Das Motto: „Deutungskämpfe“

Deutungskämpfe begleiten historische Entwicklungen und dynamisieren ihre gesellschaftliche Wahrnehmung, weil stets umkämpft ist, was in einer Gesellschaft als wahr, gerecht oder legitim gilt. Der Blick auf Ursachen oder Auswirkungen von Kriegen und Friedensschlüssen, Staatsgründungen oder Zerfall von Gemeinwesen, auf soziale, wirtschaftliche oder kulturelle Umwälzungen führten und führen noch heute zu Deutungskämpfen, die nicht selten durch aktuelle Problemlagen beeinflusst sind.

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Der 53. Deutsche Historikertag nimmt sich dieser Problematik unter dem Motto „Deutungskämpfe“ an, denn gerade in besonders polarisierenden Situationen, wie sie heute verstärkt zu beobachten sind, ist es unverzichtbar, die verschiedenen Perspektiven und komplexen Ursachen zu berücksichtigen. Die Geschichtswissenschaft kann konkurrierende Narrative offenlegen und ein tiefergehendes Verständnis für die Komplexität historischer Entwicklungen ermöglichen.

„Im Moment kann man an vielen Beispielen sehen, wie Demokratien unter Druck geraten. Öffentliche Diskurse sind immer schwieriger zu führen, dabei sind sie gerade in Demokratien für den Prozess der Selbstverständigung existentiell“, so die Vorsitzende des VHD, Prof. Dr. Eva Schlotheuber.

Partnerland Israel

Partnerland des 53. Deutschen Historikertages ist Israel. „Die Idee, Israel als Partnerland gerade für den Historikertag in München zu wählen, hat natürlich mit diesem besonderen Standort zu tun: mit der Stärke der Jüdischen Geschichte an unserer Universität, mit dem Generalkonsulat, mit der Israelischen Kultusgemeinde und dem NS-Dokumentationszentrum auf der einen Seite, natürlich aber auch mit der besonderen Geschichte dieser Stadt im Nationalsozialismus“, betonte Prof. Dr. Martin Zimmermann, Sprecher des Ortskomitees.

Das Partnerland wird auf dem Historikertag in verschiedenen Sektionen und Veranstaltungen präsent sein. Zahlreiche Historiker:innen aus Israel und Wissenschaftler:innen, die sich mit dem historischen Raum des Nahen Ostens befassen, haben ihre Teilnahme zugesagt. Am Donnerstag, den 7. Oktober, findet ein Gespräch mit dem Autor David Grossman über das Thema “The Art of Storytelling and Historical Narratives” statt.

Programm des Deutschen Historikertages

Neben den wissenschaftlichen Fachsektionen bietet der Historikertag ein vielfältiges Programm mit einer durchgängigen Kongressmoderation, einem Pre-Conference Programm, Foren für Schüler:innen und Lehrer:innen, mit Angeboten für Promovierende und Young Professionals, Festveranstaltungen und einem hybriden Sonderprogramm. Außerdem informiert eine digitale Verlags- und Fachausstellung über aktuelle Programme aus Wissenschaft, Kultur und Bildung.

Alle Veranstaltungen – digital oder hybrid – werden für Teilnehmende über eine digitale Konferenzplattform zugänglich sein. Die überwiegende Mehrzahl der Veranstaltungen werden als Webinare in die Plattform eingebettet, einige wenige Fest- und Sonderveranstaltungen dort als Stream aus der Großen Aula der LMU zu sehen sein. Die Plattform bietet darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten des wissenschaftlichen und persönlichen Austauschs etwa in virtuellen Meetingräumen für Kleingruppen oder im direkten Kontakt zwischen den Teilnehmenden.