11.04.2014

Kunststück

Seife – aus dem Badezimmer ins Museum

Seife ist aus dem täglichen Leben nicht wegzudenken. Ob Kernseife, Flüssigseife oder fein duftende Toiletteseife, die Auswahl in jeder erdenklichen Form, Farbe und Geruchsrichtung ist riesengroß. Auch historisch spielt Seife seit über 4000 Jahren eine bedeutende Rolle. Kein Wunder also, dass Seife auch als Sammlungsgegenstand Einzug in so manches Museum gehalten hat. Historisch gesehen galt Seife zunächst nicht primär als Reinigungsmittel, sondern als Kosmetikum und Medizin. Von den Kelten und Germanen wurde sie wahrscheinlich als Haarfärbemittel und Pomade verwendet.

Im Altertum und der frühen Neuzeit war Seife als Heilmittel sehr beliebt. Die Bezeichnung Medikament erhielt sie, da durch die Reinigung der Haut viele Krankheiten verschwanden. Seifenlösungen wurden aber auch bei vielfältigen inneren und äußerlichen Beschwerden angewendet. 
Im 19. Jahrhundert erkannte Justus von Liebig: »Seife ist ein Maßstab für den Wohlstand und die Kultur der Staaten«. Besonders in Kriegszeiten erfuhr Seife durch die allgemeine Rohstoffknappheit eine große Wertsteigerung. Hierdurch erklärt sich auch die Tatsache, dass sich in den Sammlungen der Museen oft Seifenkonvolute, besonders aus den 1950er-und 60er-Jahren, befinden. Wie sehr Seife als Luxusartikel angesehen wurde, spiegelt sich auch in Werbemaßnahmen der Seifenindustrie des 19. und 20. Jahrhunderts wieder. Kein anderes Produkt steht bis heute so für Reinheit, Sauberkeit und Frische, im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinn. Heutzutage spielt Kernseife nur noch eine untergeordnete Rolle.

Aufgrund der günstigen Preise und des riesigen Angebots ist Seife heute einerseits ein Wegwerfartikel, andererseits durch oft exklusive und hochwertige Inhaltsstoffe zum Luxusartikel geworden. 
Seife spielt seit dem 20. Jahrhundert aber auch als künstlerisches Material eine Rolle. So verwendeten beispielsweise Joseph Beuys und Bruno Gironcoli Seife als Gestaltungsmittel in ihren Werken.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in  RESTAURO 6/2012.

Text und Foto: Anne Bührer, ©Anne Bührer

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