24. November 2011 / Patricia Brozio

Zehn Jahre VDR – Quo vadis Restaurierung?

In diesem Jahr feierte der Verband der Restauratoren e.V. (VDR) sein zehnjähriges Bestehen. 2001 hatten sich sieben bis dahin unabhängig voneinander agierende Einzelverbände zum geeinten Bundesverband VDR zusammengeschlossen. Seither hat der VDR den Auftrag, sich für den Erhalt von Kunst und Kulturgut einzusetzen und fach- und länderübergreifend die Interessen der Restauratoren in Deutschland zu vertreten.

Doch was hat sich in den vergangenen zehn Jahren getan und welche Perspektiven für die Zukunft gibt es? Diese Fragen warf die Tagung »Quo vadis Restaurierung?« im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten auf. Ort des Geschehens war das Hygienemuseum in Dresden, an dem sich am 21. Oktober über 200 Mitglieder und Vertreter aus Politik, Kultur und Wissenschaft einfanden.

Vor allem auf berufspolitische Anliegen richteten die Redner den Blick. So beleuchteten mehrere Referenten die allgemeine Situation des Restauratorenberufes. Ein Plädoyer von Dr. Wolfgang Wolters, ehem. Landeskonservator, veranschaulichte, dass Restauratoren noch viel zu selten in Entscheidungen eingebunden und ihre Leistungen in der Hierarchie zu weit unten angesiedelt sind. Daher sei jeder Einzelne dazu aufgerufen, »geduldige Aufklärung« zu leisten.
Diese Aussage unterstütze auch Präsident Prof. Volker Schaible in seiner Ansprache. In der Außenwahrnehmung sei der Beruf oft noch im handwerklich-künstlerischen Bereich angesiedelt. Hier habe man den wissenschaftlichen Aspekt noch nicht wahrgenommen und das Potential des Berufs nicht erkannt. Daher müsse die politische Lobbyarbeit vervielfacht werden.

Auf einem guten Weg sei man schon in Sachen Berufstitelschutz, der bereits in zwei Bundesländern gesetzlich verankert ist und der auch in den anderen Bundesländern vorangetrieben werden müsse. Als ein Ergebnis der Vorträge sicherte übrigens der sächsische Landtagspräsident zu, sich mit dem Restauratorengesetz auseinandersetzen. Vielleicht ist Sachsen also das nächste Bundesland, in dem das Gesetz verabschiedet wird?
Zwei Anwälte sprachen außerdem über die Möglichkeiten der Verkammerung als freier Beruf. Dies wäre ein weiterer Schritt in Sachen Berufsschutz.

Die Vorträge zeigten in der Summe den aktuellen Status des Restauratorenberufs auf. Dabei wurde auch deutlich, wie schwierig sich die Verbandsarbeit einstweilen gestalten kann und es zeigte sich, dass gerade politische Entscheidungen langwierig sein können. Auch in der Zukunft benötigt es also eine gehörige Portion Ausdauer.

Wir wünschen dem am 22. Oktober 2011 neu gewählten VDR-Präsidium viel Erfolg!

Das neue Präsidium setzt sich folgendermaßen zusammen:
Präsident: Christian Leonhardt (Mönkeberg)
Vizepräsidentin: Helma Groll (Magdeburg)
Vizepräsidentin und Schatzmeisterin: Dr. Alexandra Schieweck (Braunschweig)
Präsidium: Markus Küffner (Burghausen) und Renate Poggendorf (München).

 

Weitere Informationen zur Festveranstaltung, zum Rahmenprogramm und zur Mitgliederversammlung des VDR lesen Sie in einem Bericht von Gudrun von Schonebeck, den wir freundlicherweise an dieser Stelle online stellen durften.

 
 
 
 
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