30. Januar 2012 / Isabella Haag & Patricia Brozio

»Schrumpfendes Holz, wachsendes Eisen«

Seit wenigen Tagen widmet die Archäologische Staatssammlung München archäologischen Funden aus Holz und Eisen eine Ausstellung. So weit so gut. Die Ausstellung hat jedoch einen konservatorischen-restauratorischen Schwerpunkt. Sie veranschaulicht die Problematiken der Erhaltung von archäologischen Massenfunden und sie verweist auf ein KUR-Projekt, in dem gängige Konservierungsmethoden miteinander verglichen werden.

 

Während Holz- und Eisenobjekte im Boden oft Jahrhunderte überdauert haben, beginnen diese Funde häufig sofort nach ihrer Bergung zu zerfallen. Holz beginnt aufgrund der unkontrollierten Trocknung zu schrumpfen und dadurch zu zerreißen. Eisen zerbirst durch die voluminöse Korrosion in seinem Inneren. Besonders Massenfunde stellen daher eine große Herausforderung für Konservatoren-Restauratoren dar. Hier ist schnelles Handeln erforderlich. Hunderte oder Tausende Objekte müssen binnen kürzester Zeit stabilisiert werden, um deren Zerfall zu verhindern. Und das mit einem meist begrenztem Budget.

 
Foto (oben): Die Restauratorin Cristina Mazzola beim Messen des Sauerstoffgehaltes in einer Objektverpackung. Foto: Constanze Thomas, Archäologische Staatssammlung München


Die Problematik um die Erhaltung solcher Funde und die verschiedenen konservatorischen Lösungsansätze stellt die Münchener Ausstellung in den Mittelpunkt. Der Ausstellung zugrunde liegt das dreijährige KUR-Projekt »Massenfunde in archäologischen Sammlungen«, das es erlaubte, die derzeit gängigsten Holz-und Eisenkonservierungsmethoden miteinander zu vergleichen. Noch sind einige Messreihen nicht gänzlich abgeschlossen, doch sobald alle Ergebnisse vorliegen, werden diese auch online auf der Seite des KUR-Projekts publiziert, um Kollegen als Entscheidungshilfe zu dienen.

Abbildung:
In der Ausstellung sind gut konservierte Stücke neben solchen Objekten zu sehen, die nach ihrem Fund deutlich gelitten haben. Filme und Texte verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Stücke direkt nach der Bergung zu konservieren und welche Methoden für die Konservierung möglich sind.

 

 

Die Ausstellung, die noch bis zum 6. Mai in München zu sehen ist, wird anschließend vom 13. Juni bis 16. September 2012 am Römisch Germanischen Zentralmuseum in Mainz zu sehen sein.

 
 
 
 
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