23. Januar 2012 /
Kunstoffe als Konservierungs- bzw. Restaurierungsmaterial?
»Synthetische Bindemittel in der Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut« sind das Thema eines Kolloqiums des Studiengangs Restaurierung der Fachhochschule Potsdam. Dieses findet am Freitag, den 10. Februar 2012 statt. Hintergrund ist die Tatsache, dass häufig zahlreiche Schäden an Kunst- und Kulturgut auf den unkritischen Einsatz von Kunststoffen als Konservierungsmittel zurückgeführt werden können.
Das Kolloquium greift u.a. die Problematik auf, dass die für eine sachliche Diskussion notwendigen Informationen über Produktzusammensetzungen und das Alterungsverhalten von Polymeren von der Herstellerseite schwer zugänglich sind. Die Situation wird durch die große Vielfalt der Produkte, die ursprünglich für andere Anwendungen entwickelt wurden, verschärft. Zudem fehlt nicht selten in Archivalien inzwischen jegliche Information über die verwendeten Mittel, und Veröffentlichungen zur Analytik von konservierend eingesetzten Kunststoffen sind eher selten.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Studiengangs Konservierung und Restaurierung haben sich zusammen mit Partnern aus Industrie und Praxis im Rahmen eines 30monatigen Forschungsprojekts mit dem Einsatz von Kunststoffen in der Restaurierungspraxis beschäftigt und sind dabei den Fragen nachgegangen:
- Welche Produkte kamen unter welchen Namen für welche Applikationen zum Einsatz?
- Ist eine Zuordnung spezifischer Schadbilder möglich?
- Welche analytischen Möglichkeiten bieten sich heute zur Identifizierung?
- Welche Anforderungen ergeben sich daraus für moderne Produkte und ihren Einsatz?
Die Ergebnisse des Forschungsprojekts, das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert wurde, werden auf dem Kolloquium am 10. Februar präsentiert. Vorgestellt wird auch die neu konzipierte Online-Datenbank POLYKON, die eine Datensammlung von Produkten und ihrer Zusammensetzung sowie Anwendungsbeispiele enthält und zusammen mit dem FB Informationswissenschaften der FH Potsdam erarbeitet wurde. Weitere Vorträge beschäftigen sich mit der Untersuchung von Alterungseffekten an Kunststoffen, den Möglichkeiten und Grenzen analytischer Verfahren sowie mit der Reduzierung von Kunststoffen an Wandmalereien und den spezifische Anforderungen an geeigneten Polymerdispersionen am Beispiel von Mörteln und Steinergänzungsmassen.
Veranstaltungstermin und -ort:
Freitag, 10. Februar 2012, 9:00 bis 17:30 Uhr
Hauptgebäude der Fachhochschule Potsdam, Kiepenheuerallee 5, 14469 Potsdam.
Weitere Informationen zur Anmeldung und zu den Teilnahmebedingungen sowie das detaillierte Programm finden Sie hier.


