07. Oktober 2011 / Patricia Brozio
Das Ferkel im Dom, eine Schweinerei?
Darf man ein Spanferkel mitten in einer Kirche grillen? Über diese Frage gab es in Hildesheim heftige Debatten. Im Mariendom hatte der Bischof Norbert Trelle im August eine Feier ausgerichtet. Damit wollte er den zahlreichen Handwerkern danken, die seit über einem Jahr an der Sanierung des UNESCO-Weltkulturerbes mitwirken. Frei nach dem Motto »Kölsch statt Kelch, Kartoffeln statt Kommunion« wurde hier gefeiert. Die generöse Geste des Bischofs kam bei einigen Gläubigen aber gar nicht gut an. Man fühlte sich gestört, wie könne man ein totes Tier zur Schau stellen und ein Biergelage dort stattfinden lassen, wo sonst die Gläubigen zur Messe zusammenkommen.
In der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung sprach man über die Respektlosigkeit einer solchen Sause und davon, dass es entwürdigend sei, in der Kirche mit aufgespießten Ferkeln aufzufahren. Die Beschwerdeliste ist lang, selbst die Wahl des Biers wurde kritisiert. Dass man Kölsch statt der regionalen Traditionsmarke Einbecker ausschenkte – alles in allem sei das eine »Schweinerei«.
Alles in allem ein riesiger Aufreger, der bei den Handwerkern eher auf Unverständnis treffen dürfte. Und mal ehrlich, wer von den ausführenden Gewerken hat während einer laufenden Sanierung nicht schon mal auf der Dombaustelle eine Wurstsemmel gegessen?
Bild: Spanferkel-Grillen im Hildesheimer Dom, © bph Pressefoto Bistum Hildesheim


